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Taufstein

Sagen und Legenden der Frühzeit

St.DionysiusTaufsteinDer kunstvoll gefertigte Taufbrunnen aus Sandstein stammt aus dem späten 13. Jahrhundert und ist somit nicht viel jünger als die Kirche selbst. Bis 1980 stand er im Eingangsbereich der Kirche, wurde aber wegen der Enge im Rahmen der Kirchenrenovierung in den Altarraum ins Blickfeld der Gemeinde gerückt.

Die Bilddarstellungen umfassen Bögen, Laubfries, Apostel-, Engels- und Mariendarstellungen. Daneben gibt es zwei Figuren, die nicht eindeutig bestimmt werden können. Es könnte sich um eine gekrönte Maria und den Hl. Ansgar handeln. Letzterer war, bevor er Erzbischof in Hamburg-Bremen wurde, Mönch im Reichskloster Corvey, das über die Patronatsrechte der Belmer Kirche verfügte. Viele Belmer sehen in den beiden aber den Hl. Wiho oder Dionysius – und Geva, die Frau des Sachsenherzogs Widukinds, dem man auch gerne nachsagt, er sei nach seiner Niederlage gegen Karl dem Großen in Belm getauft worden und hätte dann dem Ort den Namen Betlehem gegeben, woraus dann im Laufe der Jahrhunderte Belm wurde. Tatsächlich entstand der Name aus dem Wort Bel(e)hem, was so viel wie „Siedlung auf einer Anhöhe“ bedeutet. Mittlerweile geht man aber auch davon aus, dass Widukind im französischen Attigny getauft worden ist. Eine weitere Legende besagt, dass Geva in Belm begraben worden ist. Das legt zumindest eine vierzeilige Strophe aus der „Braunschweigschen Reimchronik“ nahe, die vor 1300 aus älteren Schriften zusammengetragen wurde. Der große zeitliche Abstand zum Leben Gevas und das Fehlen weiterer schriftlicher Quellen lassen aber durchaus Zweifel daran aufkommen.

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