↑ Zurück zu St. Dionysius

Kanzel

Die Reformation in Belm

Kanzel_untenSt.DionysiusKanzel2Die Kanzel aus dem Jahr 1643 ist ein sichtbares Zeichen für die Reformation, die auch in Belm große Auswirkungen hatte. Sie wurde vom evangelischen Pfarrer Heinrich Hupen eingebaut, genau 100 Jahre, nachdem der Osnabrücker Fürstbischof Franz von Waldeck die Reformation im Bistum eingeführt hat. Es folgte eine lange Phase der Unsicherheit und vieler Experimente in Seelsorge und Liturgie, vor allem durch die drei Pfarrer mit Namen Hoitmar, die (obwohl katholisch geweiht) voneinander abstammten. Nach einer kurzen gegenreformatorischen Phase zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges gelangte Pfarrer Hupen nach dem Einmarsch der schwedischen Truppen 1633 in Osnabrück in das Belmer Pfarramt. Er konnte sich bis zum Westfälischen Friedensschluss von Münster und Osnabrück halten; die Friedensbestimmungen sahen schließlich die Rückkehr der Kirche zu den Katholiken vor, da sich Pfarrer Johannes Hoitmar II. (der letzte der drei) im sog. Normaljahr 1624 als katholisch bezeichnet hatte. Allerdings lag der Anteil der Katholiken in Belm bei unter 10 %.

Die Kanzel zeigt auf vier Bildern Christus und drei Evangelisten. Der vierte müsste sich in einem (durchaus vorhandenen) Rahmen befinden. Dieser Rahmen ist aber leer, weil er kaum sichtbar zur Wand ausgerichtet ist. Auf dem Schalldeckel befindet sich eine Figur eines Märtyrers (Palmzweig), wahrscheinlich der Hl. Johannes Nepomuk.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://kath-kirchen-belm.de/st-dionysius-st-josef-belm/st-dionysius/kanzel/