Innenraum der Pfarrkirche

Durch einen Vorraum mit dem Schriftenstand und dem Zugang zum Orgelboden geht der Besucher in die Kirche. Nach den Richtlinien für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienstlichen Räumen der Deutschen Bischöfe hat die Erneuerung der Liturgie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Umgestaltung vieler älterer Kirchen notwendig gemacht. Raumgestalt und Raumordnung, Raum und Ausstattung, architektonische und liturgische Ordnung müssen einander entsprechen. Liturgische Neuordnung darf nicht gegen den Raum erzwungen werden, künstlerische Zusammenhänge nicht auseinandergerissen und zerstört werden. Nach diesen Grundsätzen wurden die Innenrenovierungen der Kirche durchgeführt. Im Jahre 1970 wurde die Kirche umgestaltet und ausgemalt. Die Kommunionbank wurde entfernt, die Altarstufen vorgezogen, so dass der Chorraum vergrößert wurde. Aus den geschnitzten Eichenholzbrettern der Kommunionbank wurde der Ambo angefertigt. Heute sind sie Bestandteile des Priestersitzes – Korn und Weinreben, die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit – sowie des Gabentisches – Opferlamm, nach Wasser lechzender Hirsch im Chorraum. Bild anzeigenAus dem Hochaltar wurde der Altartisch entfernt. Neuer Mittelpunkt der Kirche wurde der freistehende, auf einer Säule ruhende Tischaltar aus Anröchter Sandstein. Da über die Reliquien der Kirche keine Belege vorhanden waren, öffnete der Bischöfliche Sekretär das Reliquienkästchen und fand darin die Reliquien der Märtyrer der Thebaischen Legion (280 n. Chr.) und der heiligen Liberata – auch St. Hülferin oder Kümmernis genannt – (um 130 n. Chr.). Diese Heiligen wurden im Mittelalter hoch verehrt. So stammen die Reliquien wahrscheinlich aus der mittelalterlichen Kapelle, die schon vor der 1674 erbauten barocken Kapelle in Icker gestanden haben muss. Der Tabernakel wurde in die linke Seitennische gestellt. Die helle Ausmalung gab der Kirche innen ein neues Gesicht. Im Jahre 1995 wurde eine gründliche Renovierung des Kircheninnere erforderlich, da sich im Gewölbe starke Wasserschäden zeigten, die Deckenstrukturen sich abzeichneten, das Deckengemälde abgedunkelt war, die Wände verschmutzt und ausgeschimmelt waren, der Altarraum für die Entfaltung der Liturgie zu klein war und die liturgischen Orte nach der Liturgiereform nur provisorisch eingerichtet worden waren. Dank der großen finanziellen Unterstützung durch das Bischöfliche Generalvikariat und durch die politische Gemeinde Belm sowie durch die Spendenfreudigkeit von Firmen und Gemeindemitgliedern konnten die notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung und zur Verschönerung des Gotteshauses durchgeführt werden. Der Altarraum wurde oval in den Kirchenraum erweitert und bietet jetzt bessere Gestaltungsmöglichkeiten des Gottesdienstes. Der Zugang von der Sakristei zum Altar erfolgt über die Kommunionstufe. Im veränderten Eingangsbereich ist in dem ehemaligen Umgang eine Beichtkapelle geschaffen worden. Durch die Installation einer Beschallungsanlage wird eine bessere Gestaltung der Wortgottesdienste und von liturgischen Feiern sowie die Aufnahme von Gottesdiensten auf Tonträger ermöglicht. Nach dem Abbeizen der alten Farbschichten und der Erneuerung des schadhaften Putzes wurden die Decke und die Wände in hellem Farbton gestrichen und die Pilaster farblich hervorgehoben. Das apokalyptische Lamm, das bei einer früheren Renovierung entfernt worden war, wurde nach einer Bildvorlage neu gemalt. “Die Buchrolle mit den sieben Siegeln vermag nur das Lamm Christus zu öffnen (Offb. 5).“ Der Triumphbogen erhielt eine polychrome Farbgestaltung mit einer umlaufenden Goldkontur. Das Kranzgesims des Kirchraumes wird durch partielle Ölgoldabsetzungen von vier kleinen Rundprofilen betont. Die Fensterflächen wurden farblich mit einer umlaufenden Goldkontur gestaltet. Die zwölf Apostelkreuze wurden mit goldenen Schenkelkreuzen neu gemalt. Das Deckengemälde erhielt eine monochrom-farbige Rahmung in Form eines Farbbandes mit einem äußeren Konturstrich. Durch die neue Ausmalung und künstlerische Farbgestaltung erhielt die Kirche ihre frühere Helligkeit und einen Teil der früheren ornamentlichen Gestaltung zurück. Das Deckengemälde, das die Himmelfahrt und Krönung Mariens darstellt, wurde bei der ersten Ausmalung der Kirche im Jahre 1925 vom Osnabrücker Kirchenmaler Hustermeyer gemalt. Nach der Reinigung der Maloberfläche, der Festigung hohler Putzbereiche, der Kittung von Rissen und der farblichen Restaurierung ist das Fresko wieder eine Zierde des Innenraumes. Bild anzeigenDie Erbauer der Kirche haben dieses Gemälde wohl bewusst als Ergänzung zur Pieta im Hochaltar gestalten lassen. Im Bild der schmerzhaften Mutter wird dargestellt, dass Maria auf den Ruf Gottes, Mutter Jesu zu werden, mit ihrem Leben geantwortet hat. Diese Liebe und Treue krönt Gott durch die Aufnahme in den Himmel und durch die Einheit mit ihrem göttlichen Sohne, dargestellt im Deckengemälde. “Großes wird von dir gesagt, Maria: “Der Herr hat dich erhoben über die Chöre der Engel in seine Herrlichkeit“ (Hochfest Aufnahme Mariens in den Himmel: 15. August). Aus der alten Kapelle stammen die Bilder des Kreuzweges. Die Rahmen wurden von einem Mitglied unserer Gemeinde gefertigt.

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