Das Äußere der Pfarrkirche

Die Kirche wurde in den Jahren 1922/23 im neubarocken Stil erbaut. Diese für unsere Gegend ungewöhnliche Bauweise ist sehr bemerkenswert. Er widerspricht nicht nur der weit verbreiteten neugotischen Tradition im Osnabrücker Land, sondern auch dem Trend zu einer modernen Bauweise in den zwanziger Jahren, der die historische Bauphase überwiegend abgelöst hatte. Der neubarocke Baustil unserer Kirche ist wohl auf die ebenfalls barocke Bauweise der alten Kapelle, aus der wesentliche Ausstattungswerke übernommen wurden, zurückzuführen.
Als Baumaterial für die Außenwände dienten gelbe Muschelkalksteine, die im nahegelegenen Middendarpschen Steinbruch an der Straße nach Belm gebrochen wurden. Einige Jahre stand wegen des Geldmangels in der Inflation die Kirche im Rohbau. Erst im Sommer 1932 wurden die Putz- und Fugarbeiten durch geführt.
Im Jahre 1977 wurden die Außenwände mit einer speziellen Lauge gereinigt, die Putzflächen gestrichen und der Kirchenvorplatz neu gestaltet. Zur Beseitigung gravierender baulicher Mängel und zur Erhaltung der Bausubstanz musste im Jahre 1974 eine umfassende Sanierung der Fundamente, des Daches, des Natursteinmauerwerkes, der Putzflächen, der Bleiverglasung und der Turmuhr durchgeführt werden. Über eine Freitreppe (erbaut 1977) oder über die 1997 in Eigenleistung von Gemeindemitgliedern errichtete Auffahrhilfe, die sich harmonisch in den neu gestalteten Außenbereich einfügt, betritt der Besucher die Kirche.
Die Eingangsseite mit dem Vorbau wird durch einen strengen Dreiecksgiebel abgeschlossen. Den Giebel ziert ein Kreuz. Über der wuchtigen, eichenen Eingangstür ist in einer Nische ein Sandsteinrelief aus der alten Kapelle mit dem Bild der schmerzhaften Mutter angebracht. Die Inschrift lautet: „1674 den 11. April ist der erste Eckstein zu dieser Kapelle gelegt und im selbigen Jahre durch Hülfe und Beistand gutherziger Wohltäter zu Ehren und Andacht unsers gekreuzigten Herrn und Heilandes Jesu Christ, dessen heiliger fünf Wunden, wie auch seiner allerliebsten mitleidenden Schmerzhaften Mutter und Jungfrau Maria völlig erbaut worden. O du gekreuzigter Herr Jesu, wir beten eifrigst in unseren Nöthen, erhöre uns, in deine fünf Wunden verberge uns.“
In dem 34 m hohen, ortsbildprägenden Turm, der in eine zierlich geschwungene Spitze ausklingt, befindet sich eine kleine Bronzeglocke mit der Jahreszahl 1684, die von den vier Kolonen Middendarp (katholisch), Meyer (katholisch), Nordmann (evangelisch) und Rothert (evangelisch) gestiftet wurde. Im Kriegsjahr 1942 musste diese Glocke abgeliefert werden, im Juni 1949 erhielt die Gemeinde sie jedoch unbeschädigt zurück, lediglich der Klöppel fehlte. Die große Stahlglocke, die im Jahre 1922 in Apolda (Thüringen) gegossen wurde, ist der mater dolorosa (schmerzhafte Mutter) geweiht.

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