Bau der Pfarrkirche

Seit 1903 bestand in der Pfarrgemeinde ein Sammelverein, um das notwendige Geld für den Bau einer Kirche zu beschaffen. Durch den 1. Weltkrieg wurden jedoch die Planungen jäh unterbrochen. Nach dem Tode von Pastor Sieverding am 15. Januar 1917 fühlte sich sein Nachfolger, Pastor Heinrich Uhlenkamp, verpflichtet, für den Neubau der Kirche zu arbeiten und zunächst das Baukapital durch eine Hauskollekte, durch regelmäßige Kirchenkollekten und Kollekten in anderen Kirchengemeinden u.a. in Freren und Messingen zu vermehren.
Am 15. Februar 1920 beschloss der Kirchenvorstand, „den Kirchenneubau auch unter den gegenwärtigen schwierigen Verhältnissen in Angriff zu nehmen, wenn irgendwie Aussicht vorhanden ist, mit den vorhandenen Baukapital auszukommen“.
Es sollte ein einfaches Gotteshaus ohne Turm – „ein Mittelding“ zwischen ausgesprochener Notkirche und einer „regelrechten“ Kirche errichtet werden. Der erste Entwurf mit einem Kostenvoranschlag in Höhe von 105.000,- Mark wurde von der bischöflichen Behörde abgelehnt. Anlässlich der Firmungsfeier am 6. September 1920 sprach der Bischof den dringenden Wunsch aus, trotz der schwierigen Verhältnisse keine Notkirche, sondern ein würdiges Gotteshaus zu bauen. Er verlangte, unverzüglich mit dem Bau zu beginnen, auch wenn noch 40.000,- Mark der veranschlagten Bausumme in Höhe von 140.000,- Mark fehlten. „Das Geld wird irgendwo herkommen“; war die Meinung des Bischofs.
Am 4. März 1921 wurde endlich mit dem Bau begonnen. Am 20. März 1921 fand die feierliche Grundsteinlegung statt.

In die Chormauer hinter dem Hochaltar ist eine Urkunde mit folgendem Wortlaut eingemauert:
„Im Jahre des Herrn 1921 unter dem glorreichen Pontifikate des Papstes und großem Friedensfürsten Benedikt XV., als Bischof Wilhelm Berning im 7. Jahr den Hirtenstab des heiligen Wiho führte, im 3. Jahre der nach dem für Deutschland unglücklichen Ausgange des blutigen Völkerringens von 1914 – 1918 neu errichteten Republik, an deren Spitze Ebert als erster Präsident stand, wurde unter dem derzeitigen Pastor Heinrich Uhlenkamp, dem 3. Seelsorger der jungen Curatiegemeinde Icker, nachdem bereits ein Kind der Gemeinde, der selige Pastor Georg Meyer, im Jahre 1911 das Pfarrhaus erbaut und einen Fonds für das neue Gotteshaus gestiftet hatte, nach dem Plan des Architekten Franz Rabe aus Osnabrück von dem Maurermeister Franz Kampmeyer aus Gretesch der Grundstein zu dieser Kirche gelegt.
Die feierliche Einsegnung des Grundsteines wurde vorgenommen am Palmsonntag, dem 20. März 1921, im Beisein des Architekten und des Maurermeisters, des zeitigen Lehrers Kisting mit den Schulkindern, der Kirchenvorstandsmitglieder Heinrich Langewand, Heinrich Kahmann und Heinrich Brockmann sowie unter Teilnahme zahlreicher Gläubiger.
Möge auf diesem Grundstein zu Ehren der schmerzhaften Mutter, unserer Kirchenpatronin, ein Gebäude entstehen, das Zeugnis ablegt von dem gläubigen Sinn der Opferwilligkeit der Gemeinde, eine Gnadenstätte für die unsterblichen Seelen und ein lautes „Sursum corda“ für alle Vorübergehenden bis in die fernsten Zeiten.“

Der Neubau der Kirche ging anfangs rüstig voran. Die Mitglieder der Kirchengemeinde und lutherische Christen beteiligten sich durch Hand- und Spanndienste, durch Brechen der Steine im Middendarpschen Steinbruch, durch Ausführen der Erdarbeiten und durch Spenden des Bauholzes.
Am 10. September 1921 konnte der Neubau gerichtet werden. Der Turm, der anfangs wegen der hohen Kosten nicht gebaut werden sollte, wurde doch gleichzeitig mit hochgemauert. Wegen der fortschreitenden Inflation entstanden große Schwierigkeiten, die Baukosten aufzubringen.
Bis zur Einweihung der Kirche konnte jedoch die Bausumme von 8.000.000.- Mark durch Spenden gedeckt werden.
Als Tag der Einweihung setzte der Bischof den 19. März 1923 fest. Es war ein Festtag für die Gemeinde. Bischof Wilhelm Berning richtete in seiner Festpredigt Worte der Freude, des Dankes, der Ermunterung und der Ermahnung an die Gläubigen. Er bezeichnete das neue Gotteshaus als eine Zierde des Ortes und der ganzen Umgebung.
Im Laufe des Jahres 1923 wurden noch für die Ausstattung der Kirche die Kanzel, die Kommunionbank, der Beichtstuhl und die Bänke beschafft.
Bild anzeigenVon der Ausmalung, dem Kauf einer weiteren Glocke und einer Orgel musste abgesehen werden, da wegen der Inflation die Kosten nicht aufgebracht werden konnten. Die Gemeinde war froh, unter den schwierigen finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnissen den Neubau des Gotteshauses und die notdürftige Ausstattung bewältigt zu haben.

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