Chronik der Kath. Kirchengemeinde Icker

von Alfons Westermann

Die Kapellengemeinde Icker wurde mit Wirkung vom 1. April 1912 durch die Urkunde des Bischofs von Osnabrück vom 25. November 1911 errichtet.

Die Urkunde hat folgenden Wortlaut:

  1. Die bisherige Kapellen-Interessenten-Gemeinde Icker wird, ohne daß ein Ausscheiden aus dem Verbande der Pfarre Belm stattfindet, zu einer Kapellengemeinde mit eigener Vermögensverwaltung erhoben.
  2. Die Kapellengemeinde umfaßt die politische Gemeinde Icker und den nördlichen Teil der politischen Gemeinden Vehrte und Powe. Die Grenzen der Kapellengemeinde fallen im Westen, Norden und Osten mit den Grenzen der politischen Gemeinde lcker zusammen, während im Süden die Grenze bildet: die Landstraße Ostercappeln-Vehrte Bahnhof von ihrem Eintritt in den Landkreis Osnabrück, Vehrter Bahnhof, Landstraße Vehrter Bahnhof-Vehrter Dorfstraße, Landstraße Vehrte-Icker, das Geleise der Bremer-Osnabrücker Bahn, Gemeindeweg Vehrter Dorf-Icker, Talkampsweg, Stadtweg, Fortsetzung des Stadtweges in Powe, Mühlenweg bis zur Grenze der Gemeinde Haste dergestalt, daß auch die auf den an der Südseite an die genannten Wege anstoßenden Grundparzellen befindlichen oder in Zukunft zu erbauenden Häuser zur Kapellengemeinde gehören. Von der Zugehörigkeit zur Kapellengemeinde ist jedoch ausgeschlossen das Gehöft des Kolon Oberrielage in Powe und die beiden östlich und südlich von dem Erbwohnhause abgelegenen Heuerhäuser desselben.

III. Der Kapellengemeinde werden die für die kirchliche Versorgung der katholischen Eingesessenen des Kapellenbezirkes bestimmten Vermögensstücke, insbesondere die Parzelle 172 des Kartenblattes 5 der Gemarkung Icker in der Größe von 1,31 ar nebst der aufstehenden Kapelle und eine 47,18 ar große Teilfläche der Parzelle 278/152 desselben Kartenblattes überwiesen.

  1. Das lastenfreie Einkommen des Kapellengeistlichen wird neben dem freien Genuss einer Dienstwohnung nebst Hausgarten auf 1500 MK festgesetzt. Der durch die Erträge des Stellenvermögens oder durch sonstige kirchliche Einnahmen des Stelleninhabers nicht gedeckte Betrag ist aus der Kirchenkasse der Kapellengemeinde aufzubringen.
  2. Den Angehörigen der Kapellengemeinde, die vom 1. April d. J. ab von allen Abgaben und Steuern an die Muttergemeinde Beim entbunden sind, obliegt die Verpflichtung, die Kosten für den Gottesdienst, soweit dieselben durch freiwillige Beiträge oder anderweitig nicht beschafft werden, sowie die Unterhaltungskosten der Kapelle und der Wohnung des Geistlichen, überhaupt alle sich sonst ergebenden Kirchenbedürfnisse im Wege der Umlage zu decken.
  3. Die Bestimmungen gegenwärtiger Urkunde treten in Kraft mit dem 1. April 1912.

Osnabrück, den 25. November 1911

Der Bischof von Osnabrück

gez. Dr. Hubertus Voß
gez. Beckschäfer, Sekr.

Die nach der vorstehenden Urkunde vom 15. November1911 von dem Bischof von Osnabrück kirchlicherseits ausgesprochene Errichtung und Umschreibung der katholischen Kapellengemeinde Icker wird aufgrund der von dem Minister der geistlichen Angelegenheiten mittels Erlaß vom 22. Februar d. J. uns erteilten Ermächtigung von Staatswegen bestätigt und in Vollzug gesetzt.

Osnabrück, den 7. März 1912

Königliche Regierung
Abteilung für Kirchen und Schulwesen
gez. Gärtner

Bis zur Errichtung der selbständigen Kapellengemeinde wurde nur an den stiftungsgemäß bestimmten Tagen in der alten Kapelle, in der etwa 100 Personen Platz fanden, Gottesdienst gehalten. Diese stand auf der Straßengabelung in der Ortsmitte auf dem Thie. Sie soll 1674 erbaut worden sein.

Die Inschrift auf einem in Sandstein eingehauenen Reliefbild, das heute über dem Hauptportal der Kirche angebracht ist, lautet:

„Anno 1674 de 10. Aprilis ist der erster ecks Stein zu dieser Kapellen gelegt und im selbigen Jahr durch HüIff und Beisteuer guethertziger Wolthäter zu Ehren und Andacht Unsers gecreutzigten Herrn und Heiland Jesu Christi, dessen H. fünff Wunden wie auch seiner Allerliebsten mitleidenden schmertzhafften

Mutter und Jungfrau Mariae völlig erbauet worden.“

Nach Aufzeichnungen eines Dominikanerpaters, der die Pfarrstelle in Belm verwaltete, ist aber die Kapelle im besagten Jahr nicht erst erbaut, sondern gründlich restauriert worden, da die bisherige Kapelle vollständig baufällig war.

Es war eine Simultankirche, d. h. beide Konfessionen benutzten sie für ihre Gottesdienste. Die bauliche Unterhaltung der im Eigentum der katholischen Pfarrgemeinde Belm stehenden Kapelle oblag sämtlichen Markgenossen der Bauerschaft Icker ohne Unterschied des Bekenntnisses.

Im Jahre 1684 wurde von den vier Kolonen Middendarp (kath.), Meyer (kath.), Nordmann (luth.) und Rothert (luth.) eine Glocke gestiftet. Außerdem stammen aus der alten Kapelle die zwölf Apostelbilder an der Orgelbodenbrüstung unserer Kirche. Sie wurden im Jahre 1677 gemalt. Diese Bilder sind Stiftungen von zwölf katholischen und lutherischen Bauern aus Icker.

  • Unter Petrus stand: Thomas Meyer, genannt Lindemann, katholisch – 1677 -;
  • unter Paulus: Heinrich Kortmann, lutherisch;
  • unter 5. Andreas: Johann Middendarp, katholisch;
  • unter Jakobus d. A.: Ebbeke Rotert, lutherisch;
  • unter Johannes: Johann Lindemann, lutherisch;
  • unter Jakobus: Albert Tiemann, lutherisch;
  • unter Phillipus: Jobst Lübbersmann, katholisch;
  • unter Bartholomäus: Johann Langewandt, katholisch;
  • unter Matthäus: Johann Ostendarp, katholisch;
  • unter Simon: Claus Böhle, katholisch;
  • unter Judas Thaddäus: Claus Bergmann, katholisch.

Am 30. November1925 wurde nach längeren Verhandlungen von der Regierung die Genehmigung zum Abbruch der alten Kapelle erteilt, „da sich das Gebäude zu keinem besonderen Zweck umbauen läßt und wegen der Nichtbenutzung in Verfall gerät“.

Am Samstag, dem 2. Januar1926, wurde mit dem Abbruch begonnen. Das Material wurde auf einer Auktion für 200 Mk. verkauft. Wegen der überaus schwierigen finanziellen Lage der Kirchengemeinde sah sich der Kirchenvorstand nicht in der Lage, auf den Wunsch des Provinzialkonservators und der Regierung einzugehen, an Stelle der alten Kapelle eine kleine Wegkapelle zu errichten.           

Der alte Kapellenplatz wurde 1928 zum Zwecke der Verbreiterung der Landstraße zum Preise von 1,50 Mk. je qm (insgesamt für 192.50 Mk.) an die Kreisverwaltung verkauft.

Mit der Errichtung der selbständigen Kapellengemeinde am 1. April1912 war der Wunsch der 450 Katholiken und zumal des aus Icker gebürtigen (geb. 27. 1. 1847 auf dem alten Meyerhofe, heute Linnemann) und nach langer priesterlicher Tätigkeit in Amerika nach Osnabrück zurückgekehrten Pastors G. Meyer in Erfüllung gegangen. Er erwarb 1911 3,5 Scheffelsaat Grund an der Straße nach Vehrte, unmittelbar am Ortseingang und ließ auf eigene Kosten unter kräftiger Mithilfe der Gemeinde ein prächtiges Wohnhaus für den Geistlichen bauen. Die Vollendung des Neubaus erlebte Pastor Meyer jedoch nicht mehr. Mitte August 1911 starb er nach kurzer Krankheit. In einem Doppelsarge wurde sein Leichnam auf dem Friedhof in Belm beigesetzt und später, am 10. Juni 1919, auf den neuen Friedhof in Icker überführt. Seine Ruhestätte befindet sich vor dem am 15. April 1919 eingeweihten Friedhofskreuz.

Als Vermächtnis hinterließ er der Kirchengemeinde eine Erbschaft in Höhe von 66625,25 Mk. Regelmäßig wurden hl. Messen an den Sonn- und Feiertagen in der Kapelle gehalten. Besorgt wurde der Gottesdienst durch Geistliche aus Osnabrück und zuletzt durch Kaplan Bertelsmann von Belm. Sie wohnten nur samstags und sonntags im neuen Pfarrhaus.

Mit dem 1. Juli 1914 trat eine vollständige Änderung der kirchlichen Zustände ein. Von der bischöflichen Behörde wurde Kaplan Heinrich Joseph Sieverding, der seinen Wohnsitz und seinen Wirkungskreis auf Gut Eggermühlen bei Ankum hatte, zum ersten Pastor der Kirchengemeinde Icker ernannt. Unter großer Beteiligung der Gemeinde wurde er in sein neues Amt eingeführt. Nach dem feierlichen Hochamt zündete man das ewige Licht in der Kapelle an als Zeichen, dass der Heiland seine Wohnung dauernd hier aufschlagen wolle bis zur Überführung in die neu zu erbauende größere Pfarrkirche.

In der Amtszeit von Pastor Sieverding wurde ein Stallgebäude errichtet, die Kastanien vor dem Pfarrhause angepflanzt und besonders der Friedhof unmittelbar hinter dem neuen Pfarrgarten angelegt und am 23. Januar1916 feierlich eingeweiht.

Am Fronleichnamsfeste 1916 konnte die erste Fronleichnamsprozession in der Gemeinde Icker in feierlicher Weise abgehalten werden, nachdem die Wege festgelegt und auch von den protestantischen Mitgliedern der Gemeinde genehmigt worden waren.

Sein Nachfolger, Pastor Uhlenkamp fühlte sich verpflichtet, für den Neubau der Kirche zu arbeiten, insbesondere zunächst das Baukapital zu vermehren. Seit 1903 bestand ein Sammelverein zur Unterhaltung des katholischen Gottesdienstes in Icker, um das notwendige Geld für den Kirchenbau zu beschaffen. Pastor Uhlenkamp veranstaltete regelmäßig Kirchenkollekten und hielt persönlich eine Hauskollekte ab.

Durch den 1. Weltkrieg wurden jedoch die Planungen für den Kirchenbau jäh unterbrochen. In der feierlichen Schlussandacht des zum ersten Mal in der Gemeinde durchgeführten l3stündigen Gebetes am 2. März 1919 erflehte man dann nach dem Kriege Gottes Segen für den Bau eines würdigen Gotteshauses.

Am 15. Februar 1920 beschloss der Kirchenvorstand, „den Kirchenneubau auch unter den gegenwärtigen schwierigen Verhältnissen in Angriff zu nehmen, wenn irgendwie Aussicht vorhanden ist, mit dem vorhandenen Baukapital auszukommen. Er fasste deshalb den Beschluss, für ein einfaches Gotteshaus ohne Turm, ein Mittelding zwischen ausgesprochener Notkirche und einer regelrechten Kirche, die Vorbereitungen zu treffen.

Auf einer Versammlung am 29. Februar 1920 in der Schule zu Icker wurde eine Baukommission gebildet. Der erste Entwurf mit einem Kostenvoranschlag in Höhe von 105000 Mark wurde von der bischöflichen Behörde abgelehnt. Anlässlich der Firmungsfeier am 6. September 1920 sprach der Bischof den dringenden Wunsch aus, trotz der schwierigen Verhältnisse keine Notkirche, sondern ein würdiges Gotteshaus zu bauen. Er versprach der Gemeinde, sie dabei nach Kräften zu unterstützen. Somit verlangte er die sofortige Inangriffnahme des Baues, obwohl noch etwa 40000 Mark der veranschlagten Bausumme fehlten. „Das Geld wird irgendwo herkommen“, war die Meinung des Bischofs.

Am 7. Februar 1921 beschlossen der Kirchenvorstand und die kirchliche Gemeindevertretung in einer gemeinsamen Sitzung, den Neubau der Kirche zu beginnen. Die Baukosten wurden auf voraussichtlich 140 000 Mark geschätzt. Mit Genehmigung des Bischofs hielt Pastor Uhlenkamp u. a. Kollekten in Freren (7000 Mark) und in Messingen (4000 Mark). Am Freitag, dem 4. März 1921, wurde endlich mit dem Neubau begonnen.

Am 20. März1921 fand die feierliche Einsetzung des Grundsteines unter Beteiligung der ganzen Gemeinde statt.

In die Chormauer hinter dem Hochaltar ist folgende Urkunde hineingemauert:

Im Jahre des Herrn 1921 unter dem glorreichen Pontifikate des Papstes und großem Friedensfürsten Benedikt XV., als Bischof Wilhelm Berning im 7. Jahr den Hirtenstab des hl. Wiho führte, im 3. Jahre der nach dem für Deutschland unglücklichen Ausgange des blutigen Völkerringens von 1914 – 1918 neu errichteten deutschen Republik, an deren Spitze Ebert als erster Präsident stand, wurde unter dem derzeitigen Pastor Heinrich Uhlenkamp, dem 3. Seelsorger der jungen Curatiegemeinde Icker, nachdem bereits ein Kind der Gemein de, der selige Pastor Georg Meyer, im Jahre 1911 das Pfarrhaus erbaut und einen Fonds für das neue Gotteshaus gestiftet hatte, nach dem Plan des Architekten Franz Rahe aus Osnabrück von dem Maurermeister Franz Kampmeyer aus Gretesch der Grundstein zu dieser Kirche gelegt.

Die feierliche Einsegnung des Grundsteines wurde vorgenommen am Palmsonntag, dem 20. März, im Beisein des Architekten und des Maurermeisters, des zeitigen Lehrers Kisting mit den Schulkindern, der Kirchenvorstandsmitglieder Heinrich Langewand, Heinrich Kahmann und Heinrich Brockmann sowie unter Teilnahme zahlreicher Gläubiger.

Möge auf diesem Grundstein zu Ehren der schmerzhaften Mutter, unserer Kirchenpatronin, ein Gebäude erstehen, das Zeugnis ablegt von dem gläubigen Sinn der Opferwilligkeit der Gemeinde, eine Gnadenstätte für die unsterblichen Seelen und ein lautes „Sursum corda‘ für alle Vorübergehenden bis in die fernsten Zeiten. Icker, 20. März 1921 Im Namen des Kirchenvorstandes Uhlenkamp – Pastor.

Der Neubau der Kirche ging anfangs rüstig voran. Die Mitglieder der Kirchengemeinde und auch lutherische Christen beteiligten sich durch Hand- und Spanndienste, durch Brechen der Steine im Middendarpschen Steinbruch, durch die Mitarbeit bei den Erdarbeiten und durch Spenden des Bauholzes uneigennützig an der Errichtung des Rohbaues.

Am 10. September1921 konnte der Neubau gerichtet werden. Von Anfang Januar bis Ende Februar 1922 mussten die Maurer arbeiten wegen großer Kälte und wegen Schneefalls ausgesetzt werden. Auch fand wegen Streiks der Bauleute eine längere Unterbrechung statt. Im Frühjahr 1922 wurden die Mauerarbeiten wieder aufgenommen. Der Turm, der anfangs nicht gebaut werden sollte wegen der unerschwinglichen Kosten, wurde jetzt gleichzeitig mit hochgemauert.

Bei der fortschreitenden Inflation machte es nicht geringe Schwierigkeiten, die Baukosten, die von Tag zu Tag stiegen, aufzubringen. Die Gemeinde war dazu alleine nicht imstande. Deshalb sah sich der Pastor genötigt, durch auswärtige Kollekten den Baufonds aufzufüllen. Auch wurde die Gemeinde von mehreren Wohltätern unterstützt, so dass zur großen Freude die Baukosten bis zur Einweihung der Kirche mit rund 8000000 Mark gedeckt waren.

Aus der alten Kapelle wurde der Altaraufsatz in die neue Kirche übernommen. Da die ganze Gemeinde am Altarbild hing, konnte der Kirchenvorstand nicht die Zustimmung geben, dass der Altaraufsatz auch nur leihweise an das Diözesanmuseum abgetreten wurde. Bildhauer Nolde in Osnabrück fertigte einen Entwurf für die Aufstellung des Altars an.

Aus der Zeit der Erbauung der Kapelle stammt der barocke eichene Altaraufbau mit der ‚Schmerzhaften Mutter‘, der Veronika mit dem Schweißtuch und den fünf Engeln, die die fünf Wunden des Herrn in Schilden in ihren Händen tragen.

Die Inschrift in der Krönung des Altars besagt, dass der Altar im Jahre 1840 von Johannes Eduard Schulze, Pfarrer in Belm, restauriert und durch Restaurator L. Wiegard 1953 erneut in Farbe gefasst wurde. Die Arkadenbögen jedoch, in denen die Engel stehen, und die Sechs- und Achtpässe zu ihren Füßen könnten noch Reststücke eines Altars aus dem 14. Jahrhundert sein. Die oberen Reliefs mit den Darstellungen der Passion Christi und der Auferstehung sind Restteile eines großen Flügelaltares, der von einem unbekannten Meister um 1520 geschaffen wurde und der Werkstätte des „Meisters von Osnabrück“ nahe stand.

In lebhafter Figuren- und Gebärdensprache schildert der Meister im mittleren Relief die Kreuzigung des Herrn auf dem Kalvarienberge. Die Mutter Gottes sinkt ohnmächtig in die Arme des Jüngers Johannes. Soldaten streiten sich um den Rock Christi. Das linke Relief beginnt, von unten gelesen, mit der Gefangennahme Christi am Ölberg, seiner Geißelung und Kreuztragung. Das rechte Relief setzt von oben die Leidensgeschichte fort mit der Kreuzabnahme und Grablegung Christi und schließt mit der sieghaften Auferstehung des Herrn aus dem geschlossenen Grab.

Die beiden Lindenholzfiguren „Christus König“ und „Mutter Gottes mit Kind“ sind Werke des Osnabrücker Bildschnitzers Ludwig Nolde (1889 – 1958). Ebenfalls wurden die Apostelbilder an der Empore der neuen Kirche angebracht.

Als Tag der Einweihung setzte der Bischof den 19. März 1923, das Fest des heiligen Josef, fest. Unter größter Anstrengung traf die Gemeinde die letzten Vorbereitungen für diesen langersehnten Freudentag.

Im Laufe des Jahres 1923 wurden für die innere Ausstattung noch die Kanzel, die Kommunionbank, der Beichtstuhl und die Bänke beschafft. Von der Ausmalung, der Anschaffung einer Glocke und einer Orgel musste zunächst abgesehen werden, da wegen der Inflation die Kosten nicht aufgebracht werden konnten. Die Gemeinde war froh und glücklich, unter den schwierigen finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnissen vorerst den Neubau ihres Gotteshauses und die notdürftigste Ausstattung bewältigt zu haben.

Im Herbst 1925 wurde die neue Kirche vom Kirchenmaler Hustemeyer, Osnabrück, ausgemalt. Die Kosten in Höhe von 1 200 Mark wurden durch freiwillige Gaben und eine Spende des Bischofs aufgebracht. Vom 1- 9. Mai1926 fand die erste Volksmission in der Gemeinde statt. Als Erinnerung wurde ein schlichtes Missionskreuz in der Kirche angebracht. Anlässlich der Mission wurde auch der Kreuzweg aus der alten Kapelle neu errichtet und eingeweiht. Da die Kosten durch freiwillige Gaben gedeckt waren, wurden im August 1926 bei einer Glasmalerei in Kevelaerfarbige Kirchenfenster bestellt und zu Ostern 1927 geliefert. Die Auswahl der Heiligenbilder wurde Pastor Uhlenkamp überlassen. Er entschied sich wie folgt: An der Frauenseite die heilige Elisabeth, die heilige Agnes und die heilige Barbara; an der Männerseite der heilige Josef, der heilige Aloysius und der heilige Georg. Im März 1930 wurde eine Turmuhr zum Preise von 1.065,- Mark gekauft.

Vor der alten Kapelle hatte ein großes Wegkreuz gestanden. Der Korpus war über 200 Jahre alt. Nachdem ein neuer Kreuzstamm gestiftet worden war und der Hofbesitzer Drehlmann den Platz bereitwillig zur Verfügung gestellt hatte, wurde dieses Kreuz als „Sturmkreuz“ am letzten Sonntag im November 1931 von der Jugend auf ‚Drehlmanns Berg‘ errichtet und feierlich eingeweiht. Weit überragte das Kreuz als christliches Wahrzeichen die ganze Gegend.

Große Erschütterung herrschte in der Gemein de, als in der Silvesternacht 1933 das Sturmkreuz und auch das Kreuz an der Straße Icker-Belm von ruchlosen Händen in gemeinster Weise geschändet wurden.

Zum Weihnachtsfest 1931 stifteten Invaliden- und Altersrentenempfänger eine neue Krippe, deren Figuren in Höhe von 60 cm einen Schmuck der Kirche dar- stellten. Die Gläubigen klagten im Winter über eine sehr kalte Kirche. Im Winter 1931 bot sich die Gelegenheit, einen fast neuen Ofen für Warmluftheizung zu kaufen. Die Heizungsanlage war schon im Rohbau fertig. Arbeitslose Maurer und Handlanger erklärten sich bereit, die Anlage zu vollenden.

 

Da ein Küster in der Gemeinde fehlte, wurde die Heizung vom Pastor selbst bedient. Von außen stand die Kirche noch immer im Rohbau. Infolgedessen litt das Mauerwerk sehr. Im Sommer 1932 wurden die Fug- und Putzarbeiten ausgeführt. Dadurch gewann die Kirche außen sehr an Ansehen. Gleichzeitig wurde von Arbeitslosen um die Kirche ein schöner Prozessionsweg angelegt.

Der Kirchenchor begann mit großem Eifer, für eine neue Orgel zu sammeln. Es wurde eine gebrauchte Orgel zum Preise von 3000,- Mark gekauft, nachdem der Domorganist über diese Orgel ein günstiges Gutachten abgegeben hatte.

Am Dreifaltigkeitssonntag 1934 fand zum ersten Mal die große Männerwallfahrt von Osnabrück und Umgebung nach Ruhe statt. Sämtliche Männer und Jungmänner der Gemeinde nahmen freudig daran teil, zumal die Teilnahme damals ein öffentliches Bekenntnis des katholischen Glaubens bedeutete.

Der Zweite Weltkrieg unterbrach nicht nur den weiteren Ausbau der Kirche, auch das kirchliche Leben wurde erheblich gestört. Kirchliche Feiertage durften nicht mehr in gewohnter Weise gefeiert werden. Prozessionen waren verboten. Die Gottesdienste wurden immer wieder durch Fliegeralarm gestört oder sogar unmöglich gemacht. Die heiligen Messen waren sonntags entweder um 6:00 Uhr, 8:30 Uhr, 10:00 Uhr, 11:00 Uhr, 14:30 Uhr oder 17:00 Uhr, wie es der Fliegeralarm zuließ. An einigen Sonntagen musste der Gottesdienst sogar ausfallen.

Die Beheizung der Kirche war von 1942 an unter sagt. Im Mai1942 musste die kleine Glocke aus Bronze (Inschrift: Jahreszahl 1684) abgegeben werden. Die größere Glocke aus Stahl konnte die Kirche behalten. Im Juni 1949 erhielt die Gemeinde jedoch die abgelieferte Glocke unbeschädigt zurück. Im Pfarrhaus wurden 1942 Soldaten der Flakeinheiten in Rolle, Vehrte und Icker einquartiert. Dringend notwendige Ausbesserungsarbeiten in der Kirche und im Pfarrhaus konnten nicht durchgeführt werden, da die wenigen nicht zum Heeresdienst einberufenen Handwerker mit Aufträgen überlastet oder zur Beseitigung von Bombenschäden in Osnabrück abkommandiert waren. Am 31. August 1942 stürzte die Decke im Turm, auf der die Uhr stand, ein. Sie konnte zunächst nur notdürftig repariert werden. Erst 1943 wurde eine neue Decke aus Eichen holz eingesetzt.

Nach der Währungsreform, am 21. Juni 1948, wurde die Gemeinde wieder aktiv. Wegen der Feuchtigkeit der Kirche, be sonders im Turm, wurden zwei neue Betondecken statt der alten Holzdecken eingezogen.

Noch vor der Währungsreform wurde die Anschaffung einer neuen Orgel beschlossen, da die alte Orgel sehr reparaturbedürftig war und ständig versagte. Der Preis belief sich auf 15000,- DM, wovon 6600,- in Reichsmark bezahlt werden konnten, der Rest aber in DM beglichen werden musste. Das erforderliche Holz wurde von den Hofbesitzern der Gemeinde gespendet. Der Kirchenchor veranstaltete zwei Wohltätigkeitsfeste zu Gunsten der neuen Orgel, die zusammen 1 000,- DM erbrachten. Nach Überwindung vieler zum Teil erheblicher Schwierigkeiten konnte endlich die neue Orgel am 25. Oktober1949 eingeweiht werden. Die alte Orgel wurde zum Preise von 6 000,- DM an die Gemeinde Sedelsberg verkauft.

Nach langen Verhandlungen wurde am 1. September1948 eine Schwesternstation im Pfarrhaus eingerichtet. Schwester Angela übernahm die Sorge für die Kirche und erteilte Kommunionunterricht; Schwester Mechthildis übernahm das Orgelspiel in der Kirche und die ambulante Krankenpflege in der Pfarre, sowohl bei Katholiken als auch Protestanten. Am 19. September 1948 feierte die Gemeinde das 25jährige Bestehen ihres Gotteshauses.

Vom November 1951 an wurde jeweils am ersten Monatssonntag eine besondere Kollekte abgehalten, um die finanzielle Basis für die unbedingt notwendigen Reparaturen an Kirche und Pfarr haus zu schaffen: Die Kirche war im Innern in einem unwürdigen Zustand; das Pfarrhaus zeigte Schäden, die behoben werden mussten, um größere Kosten zu vermeiden. Im Frühjahr 1952 wurde der Südgiebel am Pfarrhaus erneuert. Der Fachwerkgiebel war so schadhaft, dass er gemauert wurde. Dabei ging die Inschrift verloren, die von dem Erbauer stammte: „Gott zu Ehren – der Heimat zu Liebe.“

Im Juni 1953 wurde mit der Renovierung des Kirchenraumes begonnen, die lange vorbereitet und unter der Leitung des Kirchenmalers Wigard aus Osnabrück ausgeführt wurde. Die Kirche wurde schlicht, hell und freundlich ausgemalt. Das Altarbild konnte zwar aus finanziellen Gründen nicht von der hässlichen braunen Farbe befreit werden, wurde aber nach dem Ton der noch darunter liegenden, wenn auch schadhaften Kolorierung wieder in Farbe gesetzt.

Das religiöse Leben der Gemeinde war ruhig und ohne besondere Ereignisse. Die Gefahr, die am meisten drohte, war die sinkende Kinderzahl. Weil in Icker keine Bauplätze zu haben waren, zogen manche Bauwillige weg und vor allem war jeder Zuzug unmöglich. 1957 hatte die Kirchengemeinde schon mehr Katholiken in Vehrte als in Icker. So wohnten 1959 in der neuen Siedlung in Vehrte etwa 200 Katholiken. Von der bischöflichen Behörde wurde das Gespräch auf genommen, dort ein angebotenes Grundstück zu erwerben und als Kirchplatz vorzusehen. Doch sollte vor einem evtl. Kirchbau zunächst die Bauentwicklung in Vehrte abgewartet werden.

Zur Erleichterung des Kirchweges wurde im Mai 1961 sonntags ein Kirchbus von Vehrte nach Icker eingesetzt.

1962 wurde zum ersten Mal die Fronleichnamsprozession auf dem noch heute bestehenden Weg gegangen. Der Wallfahrtsverein führte die neue Fahne, die das Bild des Heiligen Jakobus nach der Vorlage des Apostelbildes an der Orgelempore zeigt, mit.

Nach langer Vorbereitung beschloss im Oktober 1962 der Kirchenvorstand, das gedeckte Schieferdach des Turmes durch ein Kupferdach zu ersetzen. Die bischöfliche Behörde gab die Einwilligung und einen stattlichen Zuschuss zu den erforderlichen ca. 21. 000,- DM. Die Arbeiten konnten jedoch wegen des Winters erst gegen Ostern 1963 beendet werden. Im Winter l962 erhielt die Kirche dann die schon lang ersehnte Ölheizung. Der Vorteil dieser Heizung zeigte sich bereits im unverhältnismäßig strengen Winter 1962/63.

Das Mutterhaus der Schwestern in Belm beabsichtigte, die Schwesternstation in Icker aufzulösen. Nach einigen Verhandlungen ergab sich jedoch folgende Lösung: eine Schwester, die in Beim wohnte, sollte morgens mit dem Auto nach hier kommen, den Kirchendienst, den Unterricht und die Krankenpflege verrichten und abends wieder zurückfahren.

In den Jahren 1963 bis 1968 wirkte Pastor Antonius Rahe in Icker. Durch seine frohe Art gewann er schnell die Herzen der Gemeinde. Er machte sich besonders verdient um die Hebung des Kirchengesanges und die Förderung der Liturgie.

Sein Nachfolger, Pastor Heinrich Menke, bemühte sich ebenfalls um den Kirchengesang in der eigenen und auch in anderen Gemein den.

Im Jahre 1967 wurde das Pörtnersche Grundstück gegenüber der Kirche gekauft und in einen Parkplatz umgebaut.

Der in der Gemeinde sehr beliebte Pastor Menke starb am 29. August1968 plötzlich nach der Feier der Frauen- und Müttermesse in der Sakristei. Die Kranken- und Seelsorgeschwester Maria-Viktoria, die gerade Sakristeidienst machte, war in den Minuten seines Todeskampfes bei ihm. Seine letzte irdische Ruhestätte fand er untergroßer Beteiligung der Gemeinde auf seinem Heimatfriedhof in Oesede.

Seinem Nachfolger, Pastor Dr. Schewe, oblag es, noch im Jahre 1968 die Vorbereitungen für die erste Gemeinderatswahl zu treffen und die Planungen für einen Umbau des Innern der Kirche vorzunehmen. Am 23. Februar l969 fand die erste Pfarrgemeinderatswahl statt. Die starke Wahlbeteiligung von 56 % bewies, wie stark das Interesse der Gemeinde an ihren eigenen Angelegenheiten war.

Nach der Neuwahl des Kirchenvorstandes am 15. Oktober 1969 beschlossen Kirchenvor stand und Pfarrgemeinderat, die Sitzun gen zukünftig möglichst gemeinsam zu halten.

Der sehr umstrittene Kirchenumbau musste wegen des hereinbrechen den frühen Winters auf das Frühjahr 1970 verlegt werden.

Das zweite Vatikanische Konzil brachte die Änderung in der Feier der Gemeindemesse, die Einführung der neuen Leseordnung für Epistel und Evangelium und die Einführung der sogenannten „Handkommunion“.

Vorteilhaft für das liturgische Leben der Gemeinde wirkte sich auch die Wiedergründung des Kirchenchores am 8. Mai 1969 aus. Durch Neubauten, vor allem in der Siedlung „am Hang“ bei der Kirche, stieg die Seelenzahl der Gemeinde am Ende des Jahres 1969 auf 950.

Dringend erforderlich war der Bau eines Kindergartens. Da jedoch daran zu nächst nicht zu denken war, wurde unter Leitung von Schwester Maria-Viktoria ein „Spatzennest“ eingeführt, das dienstags vormittags für die Kleinen veranstaltet wurde.

Am 12. Dezember 1970 wurde die Vorabendmesse in der Gemeinde eingeführt.

Im Jahre 1970 wurde die Kirche umgebaut und ausgemalt. Die Kommunionbank wurde fortgenommen, die Altarstufen vorgezogen, so dass im Chor mehr Raum entstand. Sodann wurde der alte Altartisch entfernt und das Altarretabel auf einen Sockel gesetzt, der mit Ibbenbürener Sandstein verkleidet wurde. Auch die bei den Konsolen zum Abstellen der liturgischen Bücher und Geräte neben dem Retabel wurden mit Sandstein verkleidet. Das Tabernakel wurde in die linke Seitennische gestellt, dar unter eine Abstellplatte aus Sandstein angebracht. Die Tabernakeltüren wurden vergoldet und versilbert. Durch die Herausnahme des Tabernakels erhielt das kostbare Retabel seine ursprünglich barocke Form wieder zurück.

Die Mutter-Gottes-Statue von Nolde erhielt ihren Platz in der wiederhergestellten Nische hinten in der Kirche bei dem Taufbrunnen. Der Fußboden wurde in Jura-Marmor verlegt. Die alte baufällige Kirchentreppe wurde fortgenommen und durch eine großzügige Freitreppe ersetzt. Die helle, aber abgestufte Ausmalung gab der Kirche innen ein neues Gesicht. Da auch die Pilaster farblich nicht abgesetzt wurden, sondern die gleiche Wandfarbe (hellgelb) erhielten, wirkt die Kirche saalartiger und dam größer. Die dunklen Holzteile wurden aufgehellt (Orgeltribüne, Beichtstuhl, Türen), um nicht zu sehr gegen die helle Ausmalung zu kontrastieren.

Neuer Mittelpunkt der Kirche wurde der freistehende, auf einer Säule ruhende Tischaltar aus Anröchter Sandstein, der sich in seiner dunklen grünen Farbe und kantigen Formen gut im Chorraum abhebt. Der Altar wurde am 8. Dezember, dem Fest der unbefleckten Empfängnis Mariens, durch Domkapitular H. Cohstatt aus Osnabrück feierlich eingeweiht. Die Reliquien der Martyrer der Thebaischen Legion und der hl. Liberata (auch Kümmernis genannt), die wahrscheinlich noch aus der mittelalterlichen Kirche (Kapelle) von Icker stammen, wurden in den runden Altarstipes vorne eingemauert und mit einer kreuzgeschmückten Sandsteinplatte verschlossen. Die alte Beleuchtung wurde durch helle, zylinderförmige Pendellampen ersetzt.

Die gesamte Umgestaltung fand in der Presse und in der Öffentlichkeit außerhalb Ickers ein gutes Echo. Hervorgehoben werden müssen die fleißige Mitarbeit der Männer beim Umbau und die rührigen Hände der Frauen beim Saubermachen der Kirche

Die Gemeinde wuchs durch Zuzug – vor allem in die Siedlung neben der Kirche – auf 1000 Mitglieder. Am 1. September 1971 wurde Pastor Dr. Schewe als Pfarrer nach Schledehausen versetzt. Sein Nachfolger wurde der bisherige Kaplan von Belm, Josef Debbrecht, der am Sonntag, dem 26. September1971, feierlich in die Gemeinde eingeführt wurde.

Um viele Schwierigkeiten für den Bau einer Friedhofskapelle aus dem Wege zu räumen, wurde der Friedhof am 23. Juni 1972 an die politische Gemeinde Icker verkauft. Da die Kirchengemeinde finanziell nicht in der Lage war, einen Kindergarten zu bauen und zu unterhalten, wurde zu diesem Zweck ein Gelände des Parkplatzes der politischen Gemeinde Icker in Erbpacht gegeben.

Erst mals fand im Jahre 1972 eine Groschenkirmes statt, veranstaltet von der Froh- und Jungschargruppe.

Das Ereignis des Jahres 1973 war das 50jährige Jubiläum der Kirche. Am 19. März, dem Weihetag, wurde ein feierlicher Abendgottesdienst gehalten. Die äußere Feier fand am 25. März mit einem Festhochamt, in dem Professor Dr. Wocken die Festpredigt hielt, und einem Festakt in der Schule statt.

Erfreulich war, dass immer neue Jugendgruppen gegründet wurden. Regen Zuspruch fanden auch die jährlich durchgeführten Zeltlager.

Im Jahre 1973 wurden neue Kirchenbänke angeschafft. Bei der Wahl des Holzes entschied man sich für afrikanische Eiche wegen der besseren Anpassung zum Innenraum der Kirche und wegen der Lichtreflexion.

Auf der Gründungsfeier der Kolpingfamilie am 7. September l975 wurden 45 Mädchen und Jungen in die neue Gemeinschaft aufgenommen.

Durch die Außenrenovierung der Kirche und durch die Neugestaltung des Kichenvorplatzes im Jahre 1977 leistete die Gemeinde einen beachtlichen Bei trag zur Verschönerung des Ortsbildes. Da keine Möglichkeit bestand, die Außenwände mit Sandstrahl zu reinigen, da dadurch die Bruchsteine beschädigt wurden, wurde beschlossen, die Wände mit einer Lauge abzuwaschen, zu imprägnieren und zu streichen. Die Kosten für die Außenrenovierung beliefen sich auf etwa 40000,- DM. Da diese Ausgaben durch den Jahresetat und durch Kollekten nicht gedeckt werden konnten, wurde beschlossen, eine Spendenaktion durchzuführen.

In den Finanzierungsplan wurde die Erneuerung des Orgelbodens und der Kauf einer neuen Orgel eingeschlossen. Da die Orgelpfeifen der sofort nach der Währungsreform angeschafften Orgel wegen des Materials nicht mehr für die neue Orgel verwandt werden konnten, wurden sie als Bausteine für die neue Orgel verkauft. Am Sonntag, dem 13. April 1980, wurde die neue Orgel feierlich eingeweiht. In der Festandacht führte Kaplan Josef Rahe die Orgel in ihren vielfältigen klanglichen Möglichkeiten der Gemein de vor.

Vom 15.-30. März 1980 fand die Gemeindemission statt. Die Predigten hielten Pater Klaus Wand und Pater Klaus Söhnel. Höhepunkte waren die Marienfeier mit Lichterprozession, der Festtag der Eucharistie und der Altentreff.

Am 25. Juli1980 feierte Pastor Debbrecht sein 25jähriges Priesterjubiläum. Als Geschenk wurde ihm von der Gemeinde ein neues Messgewand überreicht.

Im November 1980 besuchte Papst Johannes Paul II. Deutschland. Viele Mitglieder unserer Kirchengemeinde nahmen am 16. November 1980 an dem festlichen Gottesdienst auf der Illoshöhe in Osnabrück teil.

Am Samstag, dem 13. Dezember1980, wurde zur großen Freude der Gemeinde Heiner Langewand im Dom zu Osnabrück zum Priester geweiht. Das feierliche Primizamt des Neupriesters fand am darauffolgenden Sonntag in der Pfarrkirche zu Icker statt

In der Kirchengemeinde bestand seit einigen Jahren nur noch eine Schola. Am Mittwoch, dem 4. November 1981, wurde der Kirchenchor St. Cäcilia – Icker gegründet. 32 Sängerinnen und Sänger begannen unter der Leitung von Heinz Sprengelmeyer mit den Chorproben.

Vom 22.-29. Januar 1983 fand in der Kirchengemeinde die Missionserneuerung, die von den Oblatenpadres Karl Kretschmar und Klaus Söhnel gehalten wurde, statt.

Im Sommer 1983 wurde ein neues Heizungssystem in die Kirche eingebaut. Da das Dach des Pfarrhauses sehr stark vom Holzbock befallen war, wurde eine vollständige Außenrenovierung des Pfarrhauses vorgenommen.

Am 3. November1985 wurde Schwester Maria-Viktora in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. In einem feierlichen Gottesdienst und in einer anschließenden Feierstunde dankte ihr die Gemeinde für die seit Oktober 1967 geleisteten Kranken- und Seelsorgedienste. Die Krankenpflege wurde von Schwestern der Sozialstation in Beim, die Seelsorgedienste von einer Katechetin (Margret Thien, ab 15. September 1986 Bärbel Wempe) übernommen.

Am 23. Juli 1985 beschloss der Kirchenvorstand einstimmig, das alte Pfarr- und Jugendheim abzureißen und an derselben Stelle ein neues Haus zu errichten.

Am 16. November1987 spendete der Bischof von Osnabrück, Dr. Ludwig Averkamp, 27 Jungen und Mädchen das hl. Sakrament der Firmung.

Zum Gedenken der Opfer des 2. Weltkrieges und der Gewalt beauftragte die Kirchengemeinde den Bildhauer Willi Witte, eine Gedenkstätte zu errichten. Für jeden Verstorbenen wurde ein Gedenkkreuz an der Kirchenwand angebracht.

Die Chronik wird z. Zt. fortgeschrieben

Diese Chronik erhebt keinen Anspruch auf Lückenlosigkeit und Vollständigkeit. Sie kann nur exemplarisch einen Einblick in das Werden, Wachsen und Wirken der Kirchengemeinde Icker geben.

Alfons Westermann

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