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Jul 15 2019

Architektenvorschläge Umbau Josefkirche

Belm.
Liebe Gemeinde,

nachdem Sie in den letzten Wochen in der Josefkirche die Architektenvorschläge zum Umbau des Kolumbariums einsehen konnten, möchten wir Ihnen gerne auf dieser Seite die eingereichten Vorschläge vorstellen.

 

Den gesammelten Verlauf des Umbaus finden Sie auf der folgenden Unterseite HIER.

 

 

Platz 1: B-Werk, Spelle (Homepage vom B-Werk)

Auszüge aus dem Vorschlag:

Erläuterung zum Vorschlag: (Erläuterungsbericht)

Das Zelt Gottes unter den Menschen. Der damalige Leitgedanke zum Bau der Kirche findet mit der Umgestaltung eine neue Bedeutung: Feierraum und Kolumbarium als Sinnbild für Leben und Tod unter einem Dach.

Der neue Feierraum bildet dabei den zentralen Ort und erinnert mit seiner Ausführung aus Holz an den Namenspatron der Kirche – der Handwerker und Zimmermann Heiliger Josef. Senkrechte helle Holzstelen sowie Holzdielen am Boden schaffen einen Raum im Raum, schützend und Hoffnung spendend. Holzstelen grenzen dezent und halbtransparent den Feierraum von den links und rechts angeordneten Kolumbarien ab. Licht kann in allen Bereichen durch die Stelen fallen. Die handwerkliche Holzbearbeitung im Sinne eines Zimmermanns findet sich im gesamten Feierraum wieder, auch in der Ausgestaltung von Altar und Ambo. Die weiße Altarrückwand wird mit einer großen Holztafel belegt, welche einen Kreuzausschnitt erhält. Das Kreuz wird goldfarbig hinterlegt, als Zeichen der Auferstehung.

In den Fensternischen neben dem Altarraum befinden sich die Figuren der beiden Heiligen Antonius von Padua und Josef von Nazareth, als Namensgeber der beiden Kolumbarien links und rechts des Feierraumes. Jedes Kolumbarium besteht aus drei kleinen Höfen, die einerseits die Möglichkeit des Rückzugs geben, andererseits jedoch genügend Raum für die Trauergemeinde bei Bestattungen bieten. Die Höfe öffnen sich bewusst zum halbtransparent abgegrenzten Feierraum, um die Verbindung von Leben und Tod erlebbar zu machen. Der Leitgedanken (Leben und Tod unter einem Dach) wird dadurch unterstützt. An den Stirnseiten der Urnenwände rahmen 12 Apostelleuchten den Feierraum ein und verbinden die Gemeinschaft der Lebenden mit den Toten. Im Kontrast zu dem hellen Feierraum aus Holz sind die Kolumbarien introvertiert gehalten. Die Urnenwände bestehen aus eingefärbten Betonfertigteilen, die auf wenige Grundelemente reduziert, handwerklich ´Stein auf Stein´ zusammengesetzt werden. Die Kirchenaußenwände erhalten einen betonfarbigen Anstrich. Der Boden wird mit einem Sichtestrich belegt, der im Kontrast zum Holzboden des Feierraumes steht. Akzentuierte Beleuchtung sowie Sitzmöglichkeiten geben den einzelnen Kolumbarien- Höfen eine würdige, besinnliche und intime Stimmung, die ein ungestörtes Gedenken und gelebte Trauer zulässt. Die zurückgesetzten Grabplatten der einzelnen Grabkammern ermöglichen die Ablage von individuellem Blumenschmuck, Kerzen o.ä.

Das ewige Aschegrab bekommt seinen Platz im Kirchturm und soll ein Gedenkort mit umgebender Sitzgelegenheit werden. Die Namensschilder der Urnengräber werden hier nach Ablauf der Ruhezeit an den Wänden angebracht. Der Turm wird seitens des Eingangsbereiches geöffnet und zusammen mit diesem in das Gesamtkonzept integriert. Turm und Eingangszone erfahren eine erhebliche Aufwertung. Die Brüstungen der jetzigen Oberlichter des Verbindungsbaus werden rausgebrochen und durch eine Glasfassade ersetzt. Eine dünne im Fußboden eingelassene goldene Linie verbindet den Gedenkort mit dem Kreuz im Feierraum (Tod und Auferstehung). Sie symbolisiert den Weg des Lebens von der Geburt bis zum Tod, hin zur Auferstehung. Das Aschegrab liegt am Eingang, der gleichzeitig Ausgang ist, am Beginn und Ende des Lebensweges, sinnbildlich für die Rückkehr zum Ursprung: ´…Staub bist du und zum Staub kehrst Du zurück´ (Mose 3, 19).

Die Zone unter der Empore wird neu organisiert. Die vorhandene Treppe wird durch eine Spindeltreppe ersetzt. Neue Räume unter der Empore mit Besucher-WC, Vorraum, Abstellraum und Treppe gliedern den Bereich und sorgen für eine übersichtliche Erschließung. Hier sind auch Totenbuch und Vasenregal angeordnet. Die Osterkerze steht zentral vor dem Feierraum auf der Lebenslinie. In der nördlichen Apsis entsteht ein Andachtsort mit Pieta; die östliche Apsis wird zum Gesprächsraum. Weitere Räume wie Sakristei, Büro, Pumi, WC und großer Gesprächsraum sind in dem vorhandenen Sakristeitrakt untergebracht.

Download des Vorschlags als PDF-Datei: HIER

 

Platz 2: Krämer & Susok, Lingen (Homepage von Krämer & Susok)

Auszüge aus dem Vorschlag:

Erläuterung zum Vorschlag: (Erläuterungsbericht)

Raum, Raum, Raum
„Das Zelt Gottes unter den Menschen“ zu erhalten und diesem Raum eine neue, zusätzliche Aufgabe zu geben, ist Thema dieses Vorschlags.
Wir wollten den Raumeindruck dieses speziellen Zeltes Gottes nicht durch eingestellte Wände zerstören. Deshalb wird der Feierraum umrahmt mit konchenartig angeordneten Riegeln in denen die 960 Doppelurnengräber – zu zweit übereinander – inmitten der Gemeinde angeordnet werden Die ca. 640 Einzelurnen werden in Regalen an den beiden seitlichen Längswänden platziert. Der Feierraum wird neu ausgerichtet; auf der Altarinsel befinden sich Altar, Ambo und die Sedilien. Drum herum sind 20 Bänke für je 8 Personen (=160) angeordnet. Die St. Josef Kirche bildet zukünftig ein ausdrucksstarkes Zeichen für die bleibende Verbundenheit zwischen Lebenden und Toten. Die Verstorbenen sind an dem Ort, an dem sich die Gemeinde versammelt und somit Teil von ihr.
Material
Feierraum: Die Wände und Decken werden hell. Die Altarinsel soll aus einem Holzblock erstellt werden; darauf stehen Altar und Ambo in edler Zurückhaltung gestaltet. Die Bänke sind aus hellem Holz. Die Beleuchtung erfolgt durch eingelassene Downlights; eine Steuerung kann durch verschiedene Lichtstimmungen den feierlichen Raum erlebbar machen.
Kolumbarium: Die Urnengräber sind aus Baubronze gestaltet. Eine Beschriftung soll einheitlich erfolgen, Plätze für Kerzen und Blumen werden an jedem Grab angeboten.

Download des Vorschlags als PDF-Datei: HIER

 

Platz 3: Andreas Rowold, Hamburg (Homepage von Andreas Rowold)

Auszüge aus dem Vorschlag:

Erläuterung zum Vorschlag:

Theoretische Einordnung        
Das Vorhaben, ein Kolumbarium in eine Kirche zu implementieren, erfordert einen Blick in die Kirchengeschichte. Schon sehr früh in der Geschichte der katholischen Kirche wurden Verstorbene in den Seitenschiffen und im Chorumgang von Kirchen beigesetzt. In Anknüpfung an die Tradition Feierraum und Beisetzungsort miteinander zu verbinden, wird das Bewusstsein  für unsere Sterblichkeit geweckt und gestärkt. Der vorliegende Entwurf überträgt dies auf die Kirche Sankt Josef.

Städtebauliche Einbindung         
Die Kirche liegt auf einem Hügel an exponierter Stelle umringt von Wohngebäuden. Ihre äußere regelmäßige fünfeckige Gestalt  erinnert an ein Zelt und knüpft damit an das 2. Buch Mose und den Exodus aus Ägypten an. Der exponierte und vom Kirchgengebäude abgerückte Kirchturm ruft die Gläubigen zum Gottesdienst. Der Eingang zur Kirche erfolgt über den Verbindungsgang zwischen Turm und Kirche.

Bestand                              
Besonderheit der regelmäßigen fünfeckigen Form ist das Wechselspiel zwischen den geschlossenen weißen Wänden und den offenen Gebäudeecken, die das Licht, durch die Dallverglasung gefärbt, in die Kirche einfallen lassen. Dabei entsteht ein besonderer Reiz durch das Sonnenlicht mit seinen Veränderungen im Tages- und Jahresverlauf auf den graden Flächen des fünfeckigen Gebäudes. Dieses Wechselspiel wird durch den vorgelegten Entwurf noch verstärkt.

Über den niedrigen Eingang betritt man den in seiner Grundstruktur auf Zirkumstanz hin ausgelegten Kirchenraum, dessen Möblierung allerdings deutlich vorkonziliar ausgerichtet ist, während die von der Decke abgependelte Beleuchtung den zentral angelegten Raum betont.

Alle liturgischen Elemente stehen, der Zeltmetapher entsprechend, frei vor der „Zelt“-Wand oder im Raum.

Grundkonzept des Kirchenraumes           
Der Kirchenraum wird neu geordnet und auf seine zentralisierte Grundstruktur des Fünfecks ausgerichtet. Durch den Einbau von fünf Urnenwänden wird der Feierraum auf die geforderte verringerte Größe reduziert. Der Altartisch als „Tisch des Brotes“ steht als Symbol Christi im Zentrum des Glaubens und daher auch im Mittelpunkt des Raumes. Das vorhandene auf zweiseitige Sichtigkeit ausgelegte Kreuz hängt frei über dem Altar im Firstpunkt des Zeltraumes.

Die Wände der Urnengräber sind hinter den Gottesdienstbesuchern positioniert und ermöglichen so eine Gemeinschaft der Lebenden und der Toten um den Altar. Die räumliche Nähe zu den verstorbenen Angehörigen im Kontext des sonntäglichen Gottesdienstbesuches spendet Trost und schärft zugleich das Bewusstsein für unsere eigene Sterblichkeit.

Der durch die Stellung der Urnenwände entstehende Umgang als Bestattungsort um den neu geschaffenen Feierraum nimmt alte Kirchenbautraditionen wieder auf. Die Ausrichtung und Abmessungen der Urnenwände berücksichtigen die Grundstruktur des Raumes und halten die Sichtachsen auf die lichtdurchfluteten Raumecken mit ihren Dallverglasungen frei. Zusätzlich ermöglichen offene Kerzenbereiche Durchblicke auf den Altarbereich und den Tabernakel.

Materialien        
Alle Gegenstände und Materialien, die rückgebaut oder verändert werden, sollen in alter Kirchenbautradition wiederverwertet und neu interpretiert werden. So wird der Fußbodenbelag aus Ölandstein aufgenommen, zerkleinert und als farb- und strukturgebender Zuschlagsstoff zum neu eingebrachten Terrazzoboden genutzt.  Trennfugen mit eingelegten Messingstreifen betonen die fünfeckige Grundform des Gebäudes und machen sie auch im Bodenbelag ablesbar. Die Deckenverschalung erhält eine Lasur, die farblich auf den Fußboden Bezug nimmt.

Lichtkonzept     
Die vorhandenen Lichtorte in der Decke sind bereits jetzt auf die Zirkumstanz ausgerichtet und können daher für den Feierraum beibehalten werden. Für den Umgang des Kolumbariums werden zusätzliche Lichtquellen in die Decke integriert.

Seitenkapellen, Beichtstühle und Sakristei             
Die beiden ehemaligen Beichtstühle werden aufgelöst und als Heiligenkapellen für die Statuen der Heiligen Maria und des Heiligen Josef  genutzt. Zur Akzentuierung der Skulpturen wird die jeweils dahinterliegende Wand mit Blattgold belegt. Beide Bereiche erhalten auf die räumliche Situation abgestimmte Kerzenopfer und Kniebänke. Der Schein des Kerzenlichtes wird von den goldenen Flächen warm in den Kolumbariumsraum reflektiert.

In der jetzigen Mariennische lädt eine Bank zum Verweilen ein. Ein dort ausgelegtes Trauerbuch gibt den Besuchern die Möglichkeit, ihren Gefühlen und Gedanken Ausdruck zu verleihen.

Der Raum für Beichtgespräche wird sowohl als Beichtraum, als auch als Raum für Trauergespräche genutzt werden. Er wird eine Lüftungsmöglichkeit erhalten.

Im Erdgeschoss des Glockenturmes werden ein Büro für die Verwaltung, sowie ein Besprechungsraum für den Empfang eingerichtet. Alle Informations- und Schriftenstände werden in dem dem Kirchenraum vorgelagerten Eingangsbereich konzentriert.

Die Räume der Sakristei werden ebenfalls entsprechend den Anforderungen modifiziert. Der vorgegebene Kostenrahmen kann bei der Umsetzung des vorliegenden Entwurfes eingehalten werden.

Unveränderliches im Kirchenraum            
Die Apostelleuchter sind Symbole für die Gemeinde. Als Zeichen für den Fortbestand der Gemeinde über den Tod hinaus verbleiben die Apostelleuchter an den Außenwänden und fassen so die Gemeinschaft der Lebenden und der Toten zusammen.

Auch der Kreuzweg soll an seinem Ort bestehen bleiben. Es wird jedoch vorgeschlagen, die einzelnen Stationen voneinander zu trennen, um so die Erfahrung der Kraft des gebeteten Weges zu stärken.  

Die Skulptur des Heiligen Antonius erfährt eine Hervorhebung durch eine blattvergoldete Rückwand – ihr jetziger Standort bleibt bestehen.

 

Der Feierraum

Der Feierraum   
Der Kirchenraum wird durch die Erweiterung als Kolumbarium grundlegend neu strukturiert und auf den Gedanken der Zirkumstanz hin neu ausgerichtet.

Der Feierraum bildet das Zentrum des Kirchenraumes und wird begrenzt durch fünf neu eingeführte Urnenwände, von denen zwei, niedriger ausgebildet, unter die Orgelempore ragen. Die anderen drei Wände orientieren sich an der Höhe der Brüstung des Orgelbodens und bilden so einen neuen Raum im Raum aus. Die Wände sind der Länge nach so bemessen, dass die Zwischenräume an den Eckbereichen auf die Dallverglasung Bezug nehmen. So besteht weiterhin die Möglichkeit, das durch die Dallverglasung gefärbte Sonnenlicht bis in den Feierraum strahlen zu lassen.  

Als sakrales Zentrum befindet sich der Altar als „Tisch des Brotes“ um eine Stufe erhöht im Mittelpunkt des Feierraumes – so werden die Handlung inmitten der Gemeinde vollzogen.

Durch den Einbau der Urnenwände wird der Feierraum auf die notwendige Größe von ca. 180 Sitz- und ca. 40 Stehplätzen reduziert. Diese verteilen sich auf vier Bankblöcke. Der fünfte Bereich ist dem Ambo, Vortragekreuz, Sedilien und dem Tabernakel mit Ewigem Licht vorbehalten und ebenfalls um eine Stufe gegenüber dem Kirchenboden erhaben. Von hier aus wird der Wortgottesdienst geleitet. Der Ambo als „Tisch des Wortes“ ist dabei von allen Gemeindemitgliedern gut zu sehen.

Auf dieser Ebene kann neben der Osterkerze bei einer Trauerfeier auch der Sarg oder die Urne aufgestellt werden.

Als Sinnbild dafür, dass das Leben im Tod nicht genommen, sondern gewandelt wird, sind die Grenzen zwischen Feierraum und Kolumbarium durchlässig gestaltet. Die Übergänge sind fließend. Die Raumecken öffnen sich zum gefärbten Tageslicht. Vier der Urnenwände weisen je fünf Durchbrüche auf, die als Orte für Kerzenopfer konzipiert sind, sodass der Kerzenschein sowohl Totengedenken anzeigt, als auch der Gemeinde im Feierraum Wärme und Licht spendet. In der Urnenwand im Rücken der „Tabernakelinsel“ ist der einzige Durchbruch dem Ewigen Licht vorbehalten – die übrigen Kerzennischen sind dort ausschließlich kolumbariumsseitig ausgebildet.

Prinzipalstücke                 
Die Prinzipalstücke werden allesamt dem neuen Raumkonzept entsprechend angefertigt. Der Altartisch nimmt mit seiner fünfeckigen Grundform die Raumkanten auf und lädt zu Zirkumstanz und Konzelebration ein. 

Ambo und Tabernakelpostament sind ebenfalls fünfeckig ausgebildet. Alle Prinzipalstücke weisen im Bodenbereich umlaufende Schattenfugen auf, die die Prinzipalstücke schwebend erscheinen lassen, während die Urnenwände eine umlaufende Fuge im Boden aufweisen, was wiederum die Verbindung zur Erde symbolisiert (Asche zu Asche, Staub zu Staub).  

Der bestehende Tabernakel aus Bronzereliefplatten wird um eine weitere Seitenplatte zur Fünfeckigkeit  ergänzt.

Das Ewige Licht ist in die Urnenwand eingelassen und wirft seinen Lichtschein sowohl in den Feierraum als auch in das Kolumbarium.

Materialien        
Alle Dinge und Materialien, die rückgebaut oder verändert werden, sollen in alter Kirchenbautradition wiederverwendet und neu interpretiert werden. Neben dem bereits angesprochenen Recycling des Fußbodenbelages als Zuschlagstoff für den Terrazzoboden, soll auch der Altar aus Goten-Granit gemahlen und  als farb- und strukturgebender Zuschlagsstoff zum Beton des neuen, fünfeckigen Altartisches genutzt werden.

Die Kirchenwände erhalten zum besseren Erhalt der akustischen Qualitäten eine gespritzte neue Farbbeschichtung.

Orgel    
Die Orgel bleibt in ihrer Position unangetastet. Es wird vorgeschlagen, das Orgelgehäuse  mit einer aufhellenden Lasur der Gesamtfarbgebung anzupassen.

Der Trauerraum

Die Urnenwände                             
Über den Tod hinaus sind wir eine Gemeinschaft der Gläubigen um den Altar. Als Sinnbild hierfür sind die Urnenwände konzentrisch um die Bankblöcke herum positioniert. Die Urnenwände haben eine Höhe von ca. 3,80 m, eine Länge von 9,10 m und eine Tiefe von ca. 0,70 cm. Die Urnen werden in Einzel- und Doppelgräbern auf 6 bzw. 10  Ebenen übereinander angeordnet.

Die Außenwände der Urnengräber sind in Anlehnung an Mt. 27.60 (…und legten ihn in ein Grab, welches er hatte in einen Felsen hauen lassen  …) als Felswände konzipiert. Sie bestehen im Innern aus einem Stecksystem aus Stahlplatten, das mit Beton verkleidet ist, dessen Zuschlagstoff aus dem Ölandstein des Fußbodenbelages gewonnen wird. Die Konstruktion wird in Ortbeton hergestellt. Die Oberfläche weist die Rauheit von gebrochenem Felsen auf. Die Verschlussplatten sind mit Wasserstrahl geschnitten und weisen untereinander eine Haarfuge auf. Bezugnehmend auf Jes. 43.1 ( …fürchte Dich nicht, denn ich habe Dich erlöst; ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen. Du bist mein. ) wird die Einzigartigkeit des Individuums über die freie Positionierung der Beschriftungen ausgedrückt. Die Namen bestehen aus Einzelbuchstaben auf einer Schiene, die erhaben vor der Felswand angebracht ist.  Der dauerhafte Verschluss der Platten erfolgt verdeckt über ein auf der Innenseite der Platten angebrachtes Rahmensystem.

Die Wände sind mit durchgesteckten Kerzenorten aufgelockert. Während sie auf der Seite des Kolumbariums in unterschiedlichen Höhen angeordnet sind, erscheinen sie zum Feierraum hin in einheitlicher Höhe. Sie sind mit geschliffener Bronze ausgekleidet. Dadurch fällt der goldfarbig reflektierte Schein der Kerzen sowohl in den Umgang des Kolumbariums als auch in den Feierraum und löst die Schwelle zwischen Tod und Leben auf.

Allen Urnenwänden sind Blumenorte mit abnehmbaren Abdeckplatten aus Terrazzobeton vorgelagert, deren unterschiedlich große Aussparungen Blumengebinde in diversen Größen aufnehmen können. Sie sind als Unterflurgräben ausgebildet, so dass sie zentral befüllt und gespült werden können.

Die Raumecken mit ihren farbigen Dallverglasungen sind Orte, die zum Verweilen einladen. Daher sind hier Sitzgelegenheiten aus Beton in der Textur der Urnenwände mit Sitzflächen aus Holz platziert. Sie sind, wie auch die Heiligenkapellen, Orte des Trostes für die Hinterbliebenen.

Der Entwurf bietet ca. 2.500 Urnen Platz. Die Urnenkammern können wahlweise einzeln oder doppelt belegt werden.

Ewige Asche     
Die Ewige Asche wird als Tiefbohrung  in der Achse von Eingang, Altar und Tabernakel ausgeführt. Die Bohrung wird durch den Kirchenboden ins Erdreich angelegt und mit einem perforierten Rohr versehen, damit „Asche wieder zu Asche“ werden kann. Der Verschluss erfolgt mit einer fünfeckig ausgebildeten künstlerisch gestalteten bodengleichen Bronzeplatte.

Register der Verstorbenen           
Das Register der Verstorbenen dient dem Auffinden der Urnenplätze für den Erstbesucher. Es ist daher notwendigerweise im Eingangsbereich zum Kolumbarium positioniert.

Kondolenzlisten                
Kondolenzlisten werden im Allgemeinen von den Bestattern mitgebracht und ausgelegt. Ein fest installiertes Pult wird im Eingangsbereich vorgesehen.

Trauerbuch        
In der jetzigen Mariennische lädt eine Bank zum Verweilen ein. Ein dort ausgelegtes Trauerbuch gibt den Besuchern die Möglichkeit, ihren Gefühlen und Gedanken Ausdruck zu verleihen.

Download des Vorschlags als PDF-Datei: HIER

 

 

ohne Platzierung:

Böss Architekten, Bissendorf (Homepage von Böss Architekten)

Auszüge aus dem Vorschlag:

Erläuterung zum Vorschlag:

Download des Vorschlags als PDF-Datei:

 

Tilgner & Grotz, Bremen (Homepage von Tilgner & Grotz)

Auszüge aus dem Vorschlag:

Erläuterung zum Vorschlag:

Download des Vorschlags als PDF-Datei:

 

Planungsbüro Rauck, Hannover (Homepage vom Planungsbüro Rauck)

Auszüge aus dem Vorschlag:

Erläuterung zum Vorschlag:

Idee
Räumlich ist es uns wichtig, die Struktur der vorhandenen Kirche nicht anzufechten und eine klare Gliederung zwischen Sakralraum und Kolumbarium zu schaffen. Der Grundriss zeigt deutlich, dass das Kolumbarium als Raum im Raum installiert wird. Die Abgrenzung des „Friedhofsbereichs“ erfolgt über gebogene Wandscheiben, die die einzelnen Bereiche – Sakralbereich, Kolumbariumsbereich und Eingangsbereich – klar gliedern. Der Kirchenraum bleibt dabei möglichst unangetastet. Lediglich eine neue großzügige Öffnung zum Anbau / Verwaltungsbereich, in Form einer Glasabtrennung, wird hergestellt. Hinter der bodentiefen Glasabtrennung befindet sich der Gesprächsraum, der auch als Ort des Abschieds und der Totenwache dient. Dieser Raum bietet Einblick in den Kirchenraum, so dass man sich optisch in der Kirche befindet, auch wenn sie verschlossen ist. Die dahinter liegende Sakristei wird räumlich verkleinert. Hier findet sich jetzt Platz für ein WC, die Verwaltung und einen kleinen Gesprächsraum.

Kapazität
Der im Entwurf dargestellte Grundausbau des Kolumbariums würde Platz für 1.800 Urnen bieten. Die Anzahl würde sich durch Erweiterung einer zusätzlichen sechsten Urnenplatzreihe (im Bereich der Doppelstreben) und einer zusätzlichen Urnenreihe an der Nord-Westseite, auf 2.200 Plätze erhöhen lassen. Der Entwurf erlaubt aber auch, die Streben zu Beginn nur zum Teil zu bestücken, so dass sich im Laufe der Jahre die Innengestaltung langsam verändert, bis schließlich alle Urnenplätze belegt sind. So könnte mit einer Grundausstattung von nur 500 Urnenplätzen begonnen werden, was dazu führen würde, dass aus den Einnahmen der verkauften Urnenplätze sukzessive die vorbereiteten Strebenplätze gefüllt werden.

Altar
Die bestehende Altarsituation wird möglichst wenig verändert. Lediglich das Podest vor dem Altar wird so ergänzt, dass die Möglichkeit besteht, einen Sarg zur Aufbahrung zentral zu platzieren. Vor den beiden gebogenen Wänden, die den Sakral- und Kolumbariumsbereich voneinander trennen, wird jeweils eine durchgehende Sitzbank angeordnet. Die weitere Bestuhlung ist so geplant, dass sie eine flexible Nutzung des Raumes um den Altar erlaubt und weiterhin gewährleistet, dass gerade an diesem Ort die Barrierefreiheit sichergestellt ist. Das heißt, auch Menschen mit Rollstuhl oder Rollator werden bei der Teilnahme an Gottesdiensten und Feierlichkeiten gut integriert.

Licht
Ein modulares Schienensystem (LED Lichtband der Firma: Prolicht, Typ: Super-G) sorgt dafür, dass die Urnen mit einem diffusen Licht beleuchtet werden. Hierdurch wird erreicht, dass die Beschriftung der Grabplatten gut zu lesen ist, ohne von Lichtquellen geblendet zu werden. Der vorhandene Lichtkranz aus dem Bestand wird über dem Urnenbereich unterbrochen und teilweise gegen neue Lichttechnik ausgetauscht.

Feierraum
Für die Gestaltung des Kolumbariums in der St. Josef Kirche möchten wir folgendes Bild aufgreifen: „Himmelsstreben“ In den Himmel streben, zum Himmel streben: es symbolisiert den Weg zu Gott, den Antritt zur letzen Reise – steht für Auferstehung und spendet Hoffnung und Trost. Es soll nicht nur ein Ort des Abschieds und der Trauer sein, sondern auch ein Ort der Erinnerung und der Zuversicht. Symbolisch lösen sich die Urnen von der Erde und streben in Leichtigkeit gen Himmel. Alle Veränderungen im Kirchenraum werden zwar im Kontrast, aber behutsam zur alten Kirche vorgenommen. Dazu zählen die Vermeidung von konkurrierenden Materialien und eine hohe Materialsparsamkeit. Nur wenige verschiedene Materialien sollen verwendet werden. Helles Eichenholz für die Möbel sowie Leichtbeton und Metall für die Himmelsstreben.

Himmelsstreben
Die Urnen bilden Gruppen als Himmelsstreben und sind ohne Hilfsmittel gut erreichbar oder zu bestücken, da der Boden des Urnengrabs, selbst in der oberen Urnenreihe, nur bei 200 cm liegt. Für kleine Personen kann ein kleines Podest mit einer Höhe von 25 cm, zur Einbringung der Urnen, beigestellt werden. Die Himmelsstreben, die die Aufnahmekonstruktion für die Urnenplätze darstellen, sind gebogen angeordnete, stehende Stahlprofile, welche untereinander mit Flachstahlringen verbunden werden. Durch die gebogene Anordnung wird eine statisch wirkende Stabilität erreicht, wobei die eigentliche Konstruktion jedoch leicht und transparent ausgebildet werden kann.

Information / Ablage
Angelehnt an die Messingablagen vor den Frontplatten werden 30 cm tiefe Regalflächen an den rückwärtigen Stellwänden im Eingangsbereich angeordnet, welche zur Präsentation von Informationsmaterial dienen – ebenso als Ablage für Kerzen etc…

Bodengestaltung
Der Boden wird, nach der Demontage der vorhandenen Kirchenbänke, in Art und Gestaltung dem vorhanden Kirchenboden angepasst.

Urnenkasten
Die Urnen befinden sich in ‚Kästen’ aus Leichtbeton, die mit einer Frontplatte verschlossen werden, in die der Name des Verstorbenen  eingraviert wird. Die Materialien der Verschlussplatten sind variabel, um eine gewisse Individualität zu gewährleisten. Wie eine Schatztruhe bietet das Urnengrab auch Platz für kleine Grabbeigaben. Zudem bietet eine kleine Messingablage die Möglichkeit zum Anbringen von Kerzen, Blumen, etc… Für die Frontplatten kommen folgende Materialien in Betracht: Alabaster, grüner/weißer Marmor, schwarzer Granit, Sandstein, Edelstahl,- Kupferoder Messingplatten. Die Beschriftung kann, je nach Materialart, per Siebdruck, Sandstrahl oder Folierung erfolgen. Schriftart und Schriftgröße sollten einheitlich sein, um eine gewisse Ruhe in die Gestaltung zu bringen.

Erinnerungsschrein / Krypta
Das Möbel bietet Platz und Ablagefläche für Kondolenzbücher und auch für das Lebensbuch, in dem geschrieben oder gemalt werden kann. Durch einen Schlitz kann man Briefe und Nachrichten an die Verstorbenen einwerfen. Im tiefer gelegenen Bereich des Möbels (aus Leichtbeton oder Naturstein) befindet sich eine Öffnung mit abschließbarem Deckel, um dort später die Asche zu bestatten, die nach zwanzig Jahren Ruhezeit in das darunter liegende Aschegrab eingebracht wird.

Erläuterungsbericht
Für die Gestaltung des Kolumbariums in der St. Josef Kirche möchten wir folgendes Bild aufgreifen:

„Himmelsstreben“

In den Himmel streben, zum Himmel streben; es symbolisiert den Weg zu Gott, den Antritt zur letzten Reise – steht für Auferstehung und spendet Hoffnung und Trost. Es soll nicht nur ein Ort des Abschieds und der Trauer sein, sondern auch ein Ort der Erinnerung und der Zuversicht.

Symbolisch lösen sich die Urnen von der Erde und streben in Leichtigkeit gen Himmel.

Raumprogramm
Räumlich ist es uns wichtig, die Struktur der vorhandenen Kirche nicht anzufechten und eine klare Gliederung zwischen Sakralraum und Kolumbarium zu schaffen. Der gesamte Entwurf ist barrierefrei. Lediglich zum Altarraum und zur Empore gibt es Stufen.
SAKRALRAUM: Der Altarbereich mit Podest bleibt in der Anordnung der liturgischen Primärorte, so wie vorhanden, erhalten. Lediglich der Taufstein und die Osterkerze finden jetzt auch Platz auf dem Podest. Vor dem Altar wird ein neues Podest zur Aufbahrung des Sarges integriert. Der Sakralraum soll ein Ort für die Gemeinde bleiben und kann mittels flexibler Bestuhlung auch für Feiern, Konzerte oder Ausstellungen genutzt werden.
KOLUMBARIUM: Die Urnen bilden Gruppen als Himmelsstreben und sind ohne Hilfsmittel gut erreichbar oder zu bestücken, da der Boden des Urnengrabs, selbst in der obersten Urnenreihe, bei maximal 200 cm liegt. Die im Grundriss sichtbare, bogenförmige Anordnung sorgt für Stabilität und würde, so wie dargestellt, Platz für 1800 Urnen bieten. Inmitten des Kolumabariums befindet sich ein großes Möbelstück, das Erinnerungsgrab, welches verschiedene Funktionen erfüllt: Kondolenz, Erinnerung und Aschegrab. Das Möbel bietet Platz und Ablagefläche für Kondolenzbücher und auch für das Lebensbuch, in dem geschrieben oder gemalt werden kann. Durch einen Schlitz kann man Briefe und Nachrichten an die Verstorbenen einwerfen. Im tiefer gelegenen Bereich des Möbels (aus Leichtbeton oder Naturstein) befindet sich eine Öffnung mit abschließbarem Deckel, um dort später die Asche zu bestatten, die nach zwanzig Jahren Ruhezeit in das darunter liegende Aschegrab eingebracht wird. Unterhalb der Empore befinden sich in den Erkerbereichen ein Abstell- und Putzmittelraum mit Wasseranschluss sowie, auf der gegenüberliegenden Seite, ein Platz zur Andacht mit einer Pieta oder entsprechenden Darstellungen.

ANBAU: Der vorhandenen Zugang zum Anbau bleibt erhalten. Rechts vom Eingang befindet sich der große Gesprächsraum, der auch als Ort des Abschieds und der Totenwache dient. Dieser Raum bietet über eine große Glasfläche Einblick in den Kirchraum, so dass man sich optisch in der Kirche befindet, auch wenn sie verschlossen ist. Die Tür zum Raum wird als Glastür ausgebildet, so dass schon beim Betreten des Eingangs zur Verwaltung der Blick in den Kirchraum möglich ist. Links des Eingangs befindet sich das barrierefreie Besucher-WC, in dem noch genügend Platz vorhanden ist, um einen kleinen Putzmittelschrank für die Nebenräume unterzubringen. Vom Eingang erreicht man direkt über das Treppenhaus den Verwaltungsraum, der auch für Publikum zugänglich sein soll. Links davon befindet sich der kleine Gesprächsraum. Die Sakristei ist sowohl vom Kirchraum als auch über das Verwaltungsbüro zugänglich. Das dazu gehörende WC befindet sich im hinteren Bereich der Sakristei.

Download des Vorschlags als PDF-Datei: HIER

 

e4 Architekten, Münster (Homepage von e4 Architekten)

Auszüge aus dem Vorschlag:

Erläuterung zum Vorschlag:

Ziel unseres Konzeptes ist es, den jetzigen Kirchraum in seiner Wahrnehmung als Ganzes zu erhalten. Das „Zelt“ legt sich schützend sowohl über den Kirchraum als auch das Kolumbarium. Dazu legen wir den Gottesdienstraum genau in die Mitte des “Zeltes”, während sich das Kolumbarium um den Feierraum herumlegt. Durch die freibleibenden Achsen aus der Mitte des Feierraumes hin zu den großen Fenstern dringt das Tageslicht in voller Fensterhöhe bis in die Mitte des Raumes. Wie zuvor, jedoch in reduzierter Form, sind die Bänke auf den Altar ausgerichtet, um eine Trennung zwischen Priester und der Gemeinde zu vermeiden. Dadurch das der Gottesdienstraum genau in der Mitte der Kirche liegt, befindet er sich auch in der verlängerten Achse zwischen Kirchturm und Eingangsfoyer. Der Besucher erhält somit beim Betreten der Kirche den direkten Bezug zum Gottesdienstraum Die Altarwand bildet das Rückgrat des Altarraumes in der sich auch der Tabernakel befindet. Durch einen kleinen vertikalen Glasschlitz (farbiges Glas) wird symbolisch eine Verbindung zwischen dem Aschegrab und dem Gottesdienstraum hergestellt.

Erläuterungsbericht
Durch die fünfeckige Grundrissform und das in fünfe Feldern ausgeformte mit Holz verkleidete Dach, wird der Entwurfsgedanke an des Architekten ein „Zelt Gottes unter den Menschen“ zu bauen sofort spürbar. Diese Form umschließt schützend die Gemeinde und betont die Zusammengehörigkeit. Sie stellt die Gemeinschaft in die Mitte. Mit dem Kolumbarium kommt nun ein neues Element hinzu. Gleichzeitig verkleinert sich der Gottesdienstraum und nimmt somit nicht mehr den gesamten Raum in Anspruch.
Ziel unseres Konzeptes ist es, den jetzigen Kirchraum in seiner Wahrnehmung als Ganzes zu erhalten. Das „Zelt“ legt sich schützend sowohl über den Kirchraum als auch das Kolumbarium. Dazu legen wir den Gottesdienstraum genau in die Mitte des „Zeltes“, während sich das Kolumbarium um den Feierraum herumlegt. Bei der Anordnung der Urnengräber bzw. Urnengänge legen wir dabei vor allem auf das Licht eine besondere Bedeutung. Durch die freibleibenden Achsen aus der Mitte des Raumes hin zu den großen Fenstern dringt das Tageslicht in voller Fensterhöhe bis in die Mitte des Gottesdienstraumes. Außerdem wird die Höhe der Urnengräber auf 1,85 m beschränkt. Beides zusammen ermöglicht es, auch aus der Mitte der Kirche, den gesamten Innenraum der Kirche wahrzunehmen. Wie zuvor, jedoch in reduzierter Form, sind die Bänke auf den Altar ausgerichtet, um eine Trennung zwischen Priester und der Gemeinde zu vermeiden. Nach dem Vorbild der Kolumbariumskirche „Heilige Familie“ bilden beide Elemente (Feierraum und Kolumbarium) vereint unter dem „Zelt Gottes“ eine Einheit. „Die Verstorbenen sind nun nicht allein in Gebet und Gedanken im Kreis der Gemeinde, ihre Anwesenheit ist sichtbar. Sie bleiben Teil des Alltags und somit Teil des Lebens. So wie die Urnengänge um den Feierraum verlaufen, umgeben die Verstorbenen und das Gedenken an sie die Gemeinde“ (siehe Erläuterung Bistum Osnabrück zum Kolumbarium Heilige Familie). Das durch die großen Verglasungen hineinfallende Licht erhellt nicht nur den im Zentrum liegenden Feierraum. Darüber hinaus verbindet das Licht die Urnengräber mit dem Feierraum und somit die Verstorbenen mit der Gemeinde.

Funktion/Raumanordnung
Das Foyer bleibt in seiner jetzigen Form und Funktion erhalten. Betritt man den eigentlichen Kirchraum befindet man sich in einer freien Zone in deren Achse sich das Weihwasserbecken (evtl. auch als Taufbecken denkbar) befindet. Dieser freie Bereich bildet den räumlichen Auftakt für das Kolumbarium und den Gottesdienstraum. Er bietet außerdem Raum für Kerzen, Gebetsbücher etc. Dadurch, dass der Gottesdienstraum genau in der Mitte der Kirche liegt, befindet er sich auch in der verlängerten Achse zwischen Kirchturm und Eingangsfoyer. Der Besucher erhält somit beim Betreten der Kirche den direkten Bezug zum Gottesdienstraum und zum Kolumbarium. Auch die Pieta im Erker bleibt bestehen. Mit den Stuhlreihen davor, ermöglicht dieser Bereich einen Ort für das stille Gebet. Trauernde Gäste können dort z.B. ein Foto des kürzlich Verstorbenen aufstellen oder Blumensträuße niederlegen. Der Erker auf der linken Seite des Einganges soll als kleiner Besprechungsraum dienen. Die jetzigen Einbauten sollen entfernt werden und durch eine Milchglaswand ersetzt werden. Bei gleichzeitigem Schutz der Privatsphäre bekommt dieser Raum so mehr Licht und die ursprüngliche Form des Erkers ist vom Kirchraum wieder erlebbar. Das Aschegrab befindet sich hinter der neuen Altarwand in der Achse, die vom Kirchturm über den Eingang und den Altar führt. Es wird aus dem gleichen Material wie die Urnengräber erstellt. Als schwebende Steinplatte in ca. 30 cm Höhe erweitert sie den Raum zwischen den Urnengräbern und bietet die Möglichkeit, Blumen niederzulegen. Das zur Zeit an der Wand befestigte Triumphkreuz wird, wie ursprünglich, wieder unter dem Hauptdach der Kirche aufgehangen und schwebt direkt über dem Aschegrab. Die Höhe des Kreuzes wird so gewählt, dass der Kirchenbesucher das Kreuz über der Altarwand sehen kann. Als Zeichen der Verbundenheiten zwischen den Lebenden und den Toten ist es somit von jedem Punkt der Kirche aus zu sehen. Die Altarwand bildet das Rückgrat des Alrarraumes, in der sich auch der Tabernakel befindet. Durch einen kleinen vertikalen Glasschlitz (farbiges Glas) wird symbolisch eine Verbindung zwischen dem Aschegrab und dem Gottesdienstraum hergestellt. Auf der Rückseite der Altarwand, mit direktem Bezug zum Aschegrab, befindet sich das Trauerbuch. Eine Sitzbank ermöglicht es den Besuchern, vor dem Aschegrab innezuhalten und der Verstorbenen zu gedenken. Die Sakristei verbleibt in verkleinerter Form an gleicher Stelle. Vorgeschaltet ist eine Flurzone, in der das BH-WC integriert ist. Das BH-WC ist somit auch vom Kirchraum direkt erreichbar. Von dieser Flurzone wird auch der große Gesprächsraum erschlossen. Er liegt damit in ruhiger Lage und gleichzeitig in direkter Nähe zum Kolumbarium. Durch die Lage an der Außenwand wird er außerdem mit viel Tageslicht versorgt.

Urnengräber
Die Urnengräber sind in gleichmäßigen Reihen um die Mitte der Kirche angeordnet. Durch die Lichtachsen zwischen den farbigen Fasadenfenstern und dem Feierraum entstehen insgesamt 5 Felder. Unterbrochen werden die strengen Reihen innerhalb dieser Felder durch großzügige Öffnungen, die Durchblicke ermöglichen und gleichzeitig Sitzmöglichkeiten schaffen. Jedes Urnengrab wird mit den gleichen Natursteinplatten verschlossen, auf denen die Schriften und Symbole eingemeißelt werden. Aus poliertem Schwarzstahl wird eine Kiste geformt, die in das Grab hineinreicht. Diese so in das Grab hineinreichende Öffnung nimmt das Licht der davor gestellten Kerze auf und ist ein Zeichen der großen Verbundenheit mit dem Verstorbenen. Die erweiterte Ablage neben der Kerze bietet Platz für Blumen oder kleine Erinnerungsstücke. Somit bietet jedes Urnengrab individuelle Gestaltungsmöglichkeit bei gleichzeitiger Wahrung eines einheitlichen Gesamtbildes.

 

Download des Vorschlags als PDF-Datei: HIER

Wenn uns das weitere Material digital vorliegt, stellen wir es Ihnen hier zur Verfügung! Bis dahin müssen Sie sich leider noch ein wenig gedulden!

 

 

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