«

»

Dez 06 2020

Adventsfenster mal anders (24)

Liebe Gemeinde,

in diesem Jahr findet die vom Kolping initiierte Aktion Adventsfenster ‚mal anders‘ statt. Die jeweilige feierliche Eröffnung kann leider nicht stattfinden. Dafür sammeln wir für Sie die Fenster auf dieser Seite. Zu jedem Tag, der ohne Fenster bleibt, veröffentlichen wir einen Text. Ebenso verlinken wir zu jedem Fenster den musikalischen Adventskalender des Bistums. Weiter gibt es vom Bistum noch einen Rätsel-Adventskalender. Viel Spaß beim Stöbern. Die Orte der Fenster finden Sie im aktuellen Pfarranzeiger. Das Ergebnis des virtuellen Chorprojektes, in dem auch viele aus der Gemeinde mitgewirkt haben, finden Sie HIER.

1. Fenster (01.12.2020) musikalischer Adventskalender

2. Fenster (02.12.2020) musikalischer Adventskalender

Niemals hätte ich gedacht,
dass ich das erleben werde,
aber gestern, gegen acht
traf ich ihn hier auf der Erde.

Habe ihn nicht gleich erkannt,
war wie immer sehr im Stress,
fast hätt ich ihn umgerannt,
„Sorry“ sagte ich ganz kess.

Er lächelte, doch sprach er nicht,
er sah mich einfach an.
Ein Leuchten lag auf dem Gesicht
und zog mich in den Bann.

Ich kenne ihn, durchfuhr es mich,
er sagte einfach: Ja,
ich bin es, der wacht über dich
und ich bin immer da.

Ein Engel, nein, das kann nicht sein,
den gibt es nur im Traum
und auf dem Zweig im Lichterglanz
hängt er am Weihnachtsbaum.

Den Hirten damals, auf dem Feld
sang er: Vom Himmel hoch
und Gottes Sohn kam auf die Welt
so sagt die Bibel doch.

Er war bei mir, die ganze Zeit,
ich habe es gespürt.
Zeigte sich mir im Menschenkleid,
kaum hab ich ihn berührt,

da war er plötzlich nicht mehr da,
doch fühl ich seine Nähe.
Ich glaube jetzt an ihn sogar,
wenn ich ihn gar nicht sehe.

von Regina Meier zu Verl

3. Text (03.12.2020) musikalischer Adventskalender

Der Bratapfel

Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie’s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel!

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.

(Bayerisches Volksgut)

4. Fenster (04.12.2020) musikalischer Adventskalender

Wenn’s draußen stürmt und trübe ist,
zieht drinnen ein, ein kleines Licht.
Es leuchtet bis ins Herz hinein,
bringt Wärme uns mit seinem Schein.
Es kündigt an die Weihnachtszeit,
es sagt uns „haltet euch bereit,
der Herr hat seinen Sohn gesandt,
dass Freude sei im ganzen Land.“
Drum schaut voll Dank in dieses Licht,
auch wenn es draußen finster ist.
Öffnet ihm eure Herzen weit,
mit ihm beginnt die Freudenzeit.
Nun strahlt auch schon das zweite Licht,
wirft seinen Glanz auf dein Gesicht,
schon bald ist es dann wie im Traum,
es leuchtet hell der Lichterbaum.
von Christina Telker
 

 

5. Text (05.12.2020) musikalischer Adventskalender

Holler boller Rumpelsack

Holler boller Rumpelsack,
Nikolaus trägt ihn huckepack.
Weihnachtsnüsse gelb und braun,
runzlig punzlig anzuschaun.
Knackt die Schale, springt der Kern,
Weihnachtsnüsse ess ich gern.
Komm bald wieder in dies Haus,
guter alter Nikolaus.

von Albert Sergel

 

 

6. Fenster (06.12.2020) musikalischer Adventskalender

7. Fenster (07.12.2020) musikalischer Adventskalender

Engel des Schutzes

Ein Engel möge dich begleiten,
in leichten und in schweren Zeiten.
Er gebe auf dich Acht,
mit Liebe und Bedacht.
Möge er dir Freude und Aufmerksamkeit schenken
und deine Gedanken in Freundlichkeit lenken.
Dass du die Stille genießt
und sein Rat in dich überfließt.
Durch ihn soll es hell um dich sein,
mehr als nur ein bloßer Schein.
Dass er dich jeden Tag in Situationen bringt,
in denen jemand dir ein Lächeln schenkt.
Dass, da wo du gebraucht wirst,
du seine Nächstenliebe in dir spürst.
Dass, da wo du unzufrieden bist,
du das Wesentliche nicht vergisst.
Dass du zur Ruhe kommen darfst
und dir unnötiges Leid ersparst.
Er möge deine Gesundheit erhalten
und die Kraft jeden Tag neu gestalten.
Dass er dir inneren und äußeren Frieden bringt,
damit dir dein Leben in friedvoller Leichtigkeit gelingt.

8. Text (08.12.2020) musikalischer Adventskalender (Text gesungen von Rolf Zuckowski)

Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

von Joseph von Eichendorff

9. Fenster (09.12.2020) musikalischer Adventskalender

Maria und Josef

Es war zur kalten Jahreszeit,
da rief der König sein Volk zum Zählen auf.
Auch Maria und Josef zogen durch den Wald.
Die Nacht brach ein und es wurde bitterkalt.

Sie baten um Einlass an jeder Tür.
Doch niemand öffnete ihnen.
Maria schwanger schweren Schritts weiterging,
als sie nen Stern über einem Stall einfing.

Und zur höchsten heiligen Nacht,
hat Maria ein Kind zur Welt gebracht.
Ochs und Esel hielten Wach.
Gleißend der höchste Stern zur stillen Nacht.

10. Fenster (10.12.2020) musikalischer Adventskalender

Liebe Interessierte an unserem Adventsfenster!
Fern von allen Lichtern können wir nachts z.B. in der Wüste oder auf den Bergen 3000 bis 6000 Sterne entdecken. Im gesamten Weltraum gibt es jedoch Unzählige, die wir nicht einmal mit Raketen erreichen könnten. Es ist also allein der Entfernung geschuldet, dass Sterne im Vergleich zur Sonne so viel schwächer zu Leuchten scheinen. Denn grundsätzlich kommt ihr starkes Leuchten vom stets verbrennenden Wasserstoff. Sterne können schrumpfen und erkalten oder gar explodieren. Auch dienen sie seit jeher der Orientierung. So weiß man genau, wo Norden ist, wenn man den Polarstern kennt und entdeckt. Viele Sterne begegnen uns in dieser Zeit auch in unseren Wohnungen, in den Straßen, in den Supermärkten.
Auf den ersten Seiten in der Bibel lesen wir, dass Gott die Sterne für uns geschaffen und am Himmel platziert hat, damit wir Lichter in der Dunkelheit haben. Lichter, die uns erkennen lassen, was wichtig ist in unserem Leben. Sie sind ein Geschenk Gottes an uns.
Die Weisen aus dem Morgenland waren kluge Leute. Sie sind dem Stern gefolgt, der sie zum Kind im Stall von Bethlehem brachte. Sie fanden das Geschenk Gottes: Das Kind in der Krippe!
Der Stern von Bethlehem führt uns zur Liebe Gottes, die sich klein macht in diesem Kind.
Die drei Weisen haben ihren Stern gefunden und sind ihm gefolgt. Durch ihn konnten sie von ihrem leuchtenden Erlebnis im Stall von Bethlehem erzählen.
Wir sind in diesen Adventstagen wie die drei Weisen unterwegs und hoffen auf das Kind in der Krippe. Welchem Stern folge ich in meinem Leben? Was bringt mich zum Leuchten? Von welchem Sternenleuchten möchte ich meiner Familie, meinen Freunden in der Schule, am Arbeitsplatz erzählen?
Wir wünschen Ihnen, dass Sie sich von den vielen Sternen und Lichtern immer wieder anregen lassen, darüber nachzudenken, was Ihrem Leben Sinn und Orientierung gibt. Möge Gott Ihnen dazu Kraft und Mut schenken und Ihnen helfen etwas von der Liebe Gottes, dem glänzenden Licht, nach außen zu tragen und Ihrem Nächsten Zuversicht und Freude schenken.
Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünschen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kirchengemeinde Belm!

11. Text (11.12.2020) musikalischer Adventskalender (Text gelesen)

Von drauß‘ vom Walde komm ich her …

Von drauß‘ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht‘ durch den finstern Tann,
Da rief’s mich mit heller Stimme an:

„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt‘ und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!“
Ich sprach: „O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo’s eitel gute Kinder hat.“

– „Hast denn das Säcklein auch bei dir?“
Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier:
Denn äpfel, Nuss und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern.“
– „Hast denn die Rute auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten.“
Christkindlein sprach: „So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“

Von drauß‘ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hierinnen find!
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?

von Tehodor Storm

12. Text (12.12.2020) musikalischer Adventskalender

Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

von Rainer Maria Rilke

13. Fenster (13.12.2020) musikalischer Adventskalender

Unterwegs sein…

„Josef! Ich kann nicht mehr“. Erschöpft setzt sich Maria auf einen Stein am Wegesrand. Ihre Füße tun weh. Sie ist müde von der langen Reise. „Wie weit ist es denn noch nach Bethlehem? Es wird schon bald dunkel und wir wissen noch nicht, wo wir heute Nacht schlafen werden“. Josef schaut Maria liebevoll an: „Ich weiß, der Weg ist anstrengend für dich. Aber hab keine Angst. Hat nicht schon der Engel zu dir gesagt „Fürchte dich nicht“?. Mach dir keine Sorgen. Wir finden einen Platz zum Schlafen. Für uns und für unser Kind.“

Maria lächelt und steht auf. Sie denkt „Wie gut, dass ich Josef an meiner Seite habe“. Denn Josef sorgt für sie. Darüber ist sie sehr froh. Bald wird ihr Kind zur Welt kommen. Und Josef wird bei ihr sein.

Während sie weitergehen, denkt sie zurück an den Tag, als ihr im Traum der Engel begegnet ist. „Maria, ich soll dir eine Nachricht von Gott bringen. Gott kennt dich. Er hat etwas Großes mit dir vor. Du wirst seinen Sohn zur Welt bringen!“ Was für eine Nachricht!!! Eine wirklich unglaubliche Nachricht!! Sie, Maria, eine einfache junge Frau sollte Gottes Sohn zur Welt bringen! Aber was würde Josef dazu sagen? Würde er ihr glauben, dass ihr ein Engel begegnet war? Was würde er dazu sagen, dass sie ein Kind bekommt? Würde er ihr wirklich glauben, dass das Kind Gottes Sohn war und es nicht einen anderen Mann gab? Sie konnte es ja selbst kaum glauben, was ihr der Engel gesagt hatte. Würde Josef bei ihr bleiben???

Josef unterbricht Marias Gedanken: „Du siehst so nachdenklich aus, Maria. An was denkst du? Schau, da hinten sieht man schon die ersten Häuser von Bethlehem. Es ist nicht mehr weit.“ Maria lächelt: „Ja, ich sehe es. Ich habe gerade an den Engel gedacht, der mir gesagt hat, dass ich ein Kind bekommen werde – Gottes Sohn. Und dass ich mir Sorgen gemacht habe, ob du mir das glaubst“. Josef nickt ernst und sagt leise: „Ja, zuerst konnte ich dir nicht glauben. Ich war wütend und traurig, weil ich dachte, da ist ein anderer Mann. Gottes Sohn!!! Das klang ja wirklich unglaublich! Und dann noch eine Begegnung mit einem Engel! Nein, zuerst hab ich dir nicht geglaubt und wollte einfach heimlich nachts weggehen…“ Maria erschrickt ein bisschen bei diesem Gedanken, aber sie kann es verstehen. Es ist ja auch eine unglaubliche Geschichte…“Und dann ist auch dir der Engel begegnet“, sagt sie zu Josef. „Ja“, antwortet Josef. „Auch zu mir kam der Engel in der Nacht. „Josef“, sagte der Engel zu mir „Maria hat keinen anderen Mann. Das Kind ist Gottes Sohn. Du sollst bei ihr bleiben und für sie und das Kind sorgen. Und wenn es geboren wird, soll es Jesus heißen. Das bedeutet „Gott rettet“.

Plötzlich wird es Maria ganz warm und leicht ums Herz. Sie sagt „Ich glaube, es wird nicht mehr lange dauern, bis unser Kind geboren wird. Aber jetzt mache ich mir nicht mehr so viele Sorgen. Wir werden schon etwas finden, wo wir schlafen können.“

 Josef nickt: „Bestimmt. Und sieh mal – wir haben es geschafft: wir sind in Bethlehem angekommen.“

Autorin: Gerlinde Steffan

14. Fenster (14.12.2020) musikalischer Adventskalender

Der kleine Stern und das Weihnachtswunder
Neugierig sah der kleine Stern zur Erde hinunter. Mancherorts war es sehr hell trotz der dunklen Winterzeit! Komisch. Der kleine Stern wunderte sich. „Das sind die Lichter der Städte“, sagten die anderen Sterne, und Wolkenmaler Petronius fügte hinzu: „In der Weihnachtszeit ist es dort besonders hell.“ „Das gefällt mir“, rief der kleine Stern. „Erzähle mehr, Wolkenmaler!“ Petronius zögerte. „Licht kann blenden“, meinte er schließlich. Diese Antwort mochte der kleine Stern nicht hören. „Bitte! Nimm mich mit zu den Wolken!“, bettelte er. „Das geht nicht“, wehrte Petronius ab, und die anderen Sterne schimpften: „Auf der Erde haben wir Sterne nichts zu suchen.“ „Ich will mir doch nur von den Wolken aus die Städte ansehen“, bettelte der kleine Stern. „Es ist zu gefährlich“, sagte Petronius, und die Sterne meinten: „Das wäre ja noch schöner, wenn jeder seinen Platz am Himmel verließe. Nein, nein, das geht nicht.“ Der kleine Stern war gekränkt, doch als der nächste Wolkentag kam, versteckte er sich heimlich in Petronius´ Mantelkragen. „Komisch“, brummte Petronius auf dem Weg zu den Wolken. „Mir ist so heiß im Nacken. Und wie das juckt!“ Immer wieder kratzte er sich an Hals und Schultern, und der kleine Stern hatte Mühe, nicht entdeckt zu werden. Nun musste Petronius auch noch niesen, und der kleine Stern schaffte es nicht mehr, sich festzuhalten. Beim siebten „Haaatschiii!“ purzelte er – schwups – von der Wolke. „Hiilfeeee“, rief er. „Ich falleeee!“ Petronius erschrak. „Potzblitz! Was war das?“ Da sah er, wie der kleine Stern durch die Lüfte abwärts auf eine Stadt zusauste. Unwillig schüttelte er den Kopf. „Dieser Lausestern hat also doch seinen Kopf durchgesetzt“, brummte er. „Was mache ich nun bloß?“ „Potzblitz“, heulte auch der kleine Stern, der mitten in den hellen Weihnachtsmarkttrubel zu fallen drohte. „Ich wollte doch nur ein kleines Bisschen gucken. Hilfeeeee!“
Da! Gleich hatte er die Erde erreicht. Aufgeregt breitete er seine Zacken noch ein wenig weiter aus, und blieb am höchsten Zipfel der großen Weihnachtsmarkttanne hängen. „Oje, das gibt Ärger!“ Er blickte himmelwärts und sah, wie seine Sternenkollegen aufgeregt blinkten und wie Petronius wild fuchtelnd auf einer Wolke stand. „Oje!“ Vor lauter Unbehagen vergaß der kleine Stern fast, sich die Lichterpracht und die weihnachtlich geschmückte Stadt anzusehen. Ängstlich starrte er zu Petronius hinauf. „Ich wollte doch nur einmal ganz kurz…“ „Ooooh. Seht mal! Unsere Weihnachtstanne hat Besuch bekommen“, hörte er auf einmal eine Kinderstimme fröhlich rufen. „Ein Stern! Ein ganz heller Stern!” ”Oh! Schön!“ „Ja, wie schön!“ „Kommt alle her!“ „Ein Wunder!“ „Weihnachten ist in unsere Stadt gekommen!“ „Ooooooh!“ „Aaaaaaah!“ „Schööööön!“ Laut und trubelig ging es auf einmal unter der Weihnachtstanne zu. Der kleine Stern erschrak noch mehr. Er spähte zum Boden und blickte in viele Menschenaugen, die vor Freude strahlten. Da vergaß der kleine Stern seine Angst und zaghaft blinkerte er den Menschen mit einem hellen Sternenblitz zu. „Ein Weihnachtswunder!“, staunten die Leute, und ein Kind rief: „Er lacht, der Stern!“ Dann begann es vor Freude zu singen, und alle Leute stimmten mit ein: „Oh du fröhliche, oh du selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit…“ Schön klang das. Der kleine Stern freute sich so sehr, dass er noch heller leuchtete und mit seinen Zacken zwinkerte. Die Leute sangen noch viele Lieder. Auf einmal aber senkte sich eine Wolke über den Platz. Sie machte an der Tanne Halt und Petronius rief dem kleinen Stern zu: „Es wird Zeit zur Rückkehr.“ „Schade!“, sagte der kleine Stern, dann hüpfte er mit einem letzten Abschiedsblinker zu Petronius hinüber, und langsam zogen die beiden auf ihrer Wolke himmelwärts. Noch lange konnten sie den Gesang der Leute, die ihnen hinterher staunten, hören. Und noch lange würde keiner dieses Weihnachtswunder je vergessen.

von Elke Bräunling

15. Text (15.12.2020) musikalischer Adventskalender

Die Weihnachtsmaus

Die Weihnachtsmaus ist sonderbar –
sogar für die Gelehrten.
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab´ es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck`ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,
– bei Fränzchen oder Lieschen –
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bißchen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.

von James Krüss

16. Text (16.12.2020) musikalischer Adventskalender

Das Büblein auf dem Eise

 

Gefroren hat es heuer
noch gar kein festes Eis.
Das Büblein steht am Weiher
und spricht zu sich ganz leis:
„Ich will es einmal wagen,
das Eis, es muss doch tragen.
Wer weiß!“

Das Büblein stapft und hacket
mit seinem Stiefelein.
Das Eis auf einmal knacket,
und krach! schon bricht′s hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt,
als wie ein Krebs und zappelt
mit Arm und Bein.

„O helft, ich muss versinken
in lauter Eis und Schnee!
O helft, ich muß ertrinken
im tiefen, tiefen See!“
Wär′ nicht ein Mann gekommen –
der sich ein Herz genommen,
o weh!

Der packt es bei dem Schopfe
und zieht es dann heraus,
vom Fuße bis zum Kopfe
wie eine Wassermaus.
Das Büblein hat getropfet,
der Vater hat′s geklopfet
es aus
zu Haus.

von Friedrich Wilhelm Güll

17. Fenster (17.12.2020) musikalischer Adventskalender

Vom Osten strahlt ein Stern herein
mit wunderbarem hellem Schein.
Es naht, es naht ein himmlisch Licht,
das sich in tausend Strahlen bricht.
Ihr Sternlein auf dem dunklen Blau,
die all ihr schmückt des Himmels Bau,
zieht euch zurück vor diesem Schein,
ihr werdet alle winzig klein,
verdunkelt Sonnenlicht und Mond,
die ihr so stolz am Himmel thront.
Es nahet heilig leuchtend fern
vom Osten her der Weihnachtsstern.

Von L. Pucci

18. Text (18.12.2020) musikalischer Adventskalender

Wir wünschen euch in dieser Zeit ein Lied in jedem Haus,
das in euch selbst erklingen soll und in die Welt hinaus,
mit Worten voller Zuversicht, an die ihr glauben wollt,
und ein Leuchten wie Silber und Gold, Silber und Gold,
und ein Leuchten wie Silber und Gold.

Vergesst für ein paar Stunden nun, was euch bedrängen mag.
Es folgt auf jede Dunkelheit gewiss ein neuer Tag.
In dieser Nacht seht ihr den Stern, dem ihrvertrauen sollt,
und ein Leuchten wie Silber und Gold, Silber und Gold,
und ein Leuchten wie Silber und Gold.

Und wem das Glück gegeben ist, zu glauben wie ein Kind,
der findet eine Antwort da, wo sonst nur Fragen sind.
Der in das Dunkel Licht gebracht, hat all das so gewollt,
und ein Leuchten wie Silber und Gold, Silber und Gold,
und ein Leuchten wie Silber und Gold.

Von Rolf Zuckowski

19. Text (19.12.2020) musikalischer Adventskalender

Das Weihnachtsfest

Vom Himmel bis in die tiefsten Klüfte
ein milder Stern herniederlacht;
vom Tannenwalde steigen Düfte
und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken,
in märchenstiller Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich nieder,
anbetend, staunend muß ich stehn,
es sinkt auf meine Augenlider,
ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.

Von Theodor Storm

20. Fenster (20.12.2020) musikalischer Adventskalender

„Fröhliche Weihnacht überall!“ tönet durch die Lüfte froher Schall.
Weihnachts _ _ _ , Weihnachts _ _ _ _ , Weihnachts _ _ _ _  in jedem Raum!
„Fröhliche Weihnacht überall!“ tönet durch die Lüfte froher Schall.

Darum alle stimmet in den Jubelton,
denn es kommt das Licht der Welt von des Vaters Thron.

„Fröhliche Weihnacht überall!“ tönet durch die Lüfte froher Schall.
Weihnachts _ _ _ , Weihnachts _ _ _ _ , Weihnachts _ _ _ _  in jedem Raum!
„Fröhliche Weihnacht überall!“ tönet durch die Lüfte froher Schall.

Licht auf dunklem Lebensweg, unser Licht bist du;
denn du führst, die dir vertrau’n, ein zu sel’ger Ruh’.

„Fröhliche Weihnacht überall!“ tönet durch die Lüfte froher Schall.
Weihnachts _ _ _ , Weihnachts _ _ _ _ , Weihnachts _ _ _ _  in jedem Raum!
„Fröhliche Weihnacht überall!“ tönet durch die Lüfte froher Schall.

Was wir andern je getan, sei getan für dich,
dass bekennen jeder muss: Christkind kam für mich.

„Fröhliche Weihnacht überall!“ tönet durch die Lüfte froher Schall.
Weihnachts _ _ _ , Weihnachts _ _ _ _ , Weihnachts _ _ _ _  in jedem Raum!
„Fröhliche Weihnacht überall!“ tönet durch die Lüfte froher Schall.

Volksgut

21. Text (21.12.2020) musikalischer Adventskalender

Weihnachten

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
Mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit.
Und ein Schlichtes Glück streut auf die Schwelle
Schöne Blumen der Vergangenheit.

Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
Und das alte Lied von Gott und Christ
Bebt durch Seelen und verkündet leise,
Dass die kleinste Welt die größte ist.

von Joachim Ringelnatz

22. Text (22.12.2020) musikalischer Adventskalender

 

Hätt‘ einer auch fast mehr Verstand
als wie die drei Weisen aus Morgenland
und ließe sich dünken, er wäre wohl nie
dem Sternlein nachgereist, wie sie;

dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen lässt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlicher Strahl
des Wundersternes von dazumal.

 von Wilhelm Busch

23. Text (23.12.2020) musikalischer Adventskalender

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
Mit rotgefrorenem Näschen.

Die kleinen Hände taten ihm weh,
Denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
Schleppte und polterte hinter ihm her.

Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihre Naseweise, ihr Schelmenpack –
Denkt ihr, er wäre offen der Sack?

Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

von Anna Ritter

24. Foto der Krippe in der Pfarrkirche (24.12.2020) musikalischer Adventskalender

Das Team der Internetseite wünscht allen frohe und besinnliche Weihnachten!

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://kath-kirchen-belm.de/adventsfenster-mal-anders/